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Renate Reich

Vocalist I Vocal Coach

“Outstanding feel, interesting arrangement, great vocal sound, and the music is enjoyable and creative.”  | Kari On Press, US

Musik kaufen

So Full Of Life
CD & DVD, ATS records 2018

Home
palmenreich productions, 2016

Devil May Care
CD Jive Music, 2012

Wheels Of Time
palmenreich productions, 2000

Tour Dates

20:00 Uhr

Renate Reich – vocals, Milos Todorovski – accordeon, Mike Scharf – guitar

New textures and structures –  jazzswinglatingroovemelodies and some true stories.

Die Jazzvokalistin und ihren beiden Musikerkollegen nehmen das Publikum mit auf eine klanglich spannende Reise. Mit aufregend schöner Musik und Texten, die sie aus der ganzen Welt zusammengetragen hat, spannt Renate Reich an diesem Abend einen weiten Bogen von Jazz über Pop bis hin zu ihrer frühesten Liebe: dem französischen Chanson. Und sie gibt Einblicke in ihr Leben als Künstlerin auf Reisen: ihre manchmal skurrilen Erlebnisse hat sie in spannende, witzige Geschichten verpackt, aus denen sie ein paar Ausschnitte präsentiert.

Reservierung

20:30

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Johannes Thoma – piano, Navid Djawadi – bass

20.00
“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarren und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden.”
Renate Reich – vocals
Thomas Palme – guitar
Farid Al-Shami – cajon

Special guests:
Milos Todorovski – accordeon
Volker Wadauer – bass
Kayetana Wolf – vocals

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit einer packenden Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme, reich an Nuancen, Gefühl und Ausdruck. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. Singer Songwriter meets Jazz and Blues. Fine Acoustic Music gets to its best!

https://www.youtube.com/watch?v=mslTPeGwB0c

Renate Reich zeigt sich stimmlich facettenreich von samtig bis rockig, Thomas Palme an der Gitarre überzeugt als geschmackvoller Begleiter und virtuoser Solist und Farid Al-Shami beweist eindrucksvoll, dass eine Cajon mehr ist als eine Holzkiste, zu der man Flamenco tanzen kann.

20:00

Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Hannes Laszakovits – bass

Konzert & Vernissage

JazzStandards Swing & Latin, soulful and bluesy music.

Die vielseitige Künstlerin präsentiert in der Galerie ihre neuesten Werke.

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Markus Gaudriot – piano

Silvestergala

Renate Reich – vocals, Thomas Kramer – guitar, Nikola Stanosevic – piano, Stefan Pista Bartus,- bass, Harald Tanschek – drums

20:00

Renate Reich – vocals
Johannes Thoma – piano
Karl Sayer – bass
Michael Seyfried – drums

Enchanting Live Jazz – Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben.

Über Ihr aktuelles Album “So Full Of Life” (ATS records) schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen”.

Die in Europa und USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Kurz gesagt… Ihre Stimme hat eine Seele.” Jörg Konrad, Jazzpodium, D – review 2017

Bands

GROOVE CIRCLE

An acoustic music explosion

Renate Reich  vocals, Thomas Palme guitar,
Farid Al-Shami  cajon

RENATE REICH FIVETETT

Songs, that enchant in wondrous ways

Renate Reich vocals, Thomas Palme guitar, Martin Wöss piano, Stefan Pista Bartus bass, Harald Tanschek drums

“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarre und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden”.

Singer-Songwriter trifft auf Rock, Pop, Blues & Soul.
Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, heiße Stimmen, eine groovige Holzkiste und eine virtuose Gitarre. Kaum zu glauben dass hier nur ein Trio am Werken ist. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. 

“So Full of Life – Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung.

Sie versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen. Die in Europa und den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.” | Michael Ternai, Mica

Press

“Ihre leicht angeraute sexy Stimme swingt höllisch gut.” | woolf, concerto, AT

“Brilliant performance, pure world-class entertainment. Definitely the best Jazz I’ve seen and heard in many years – A top act to follow! Her new CD Devil May Care is an absolute must-have.” | Michael L. Reiseneder, Paramount Pictures, US

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Videos

Media

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen.” Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangsverinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt,aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele.”  Jazzpodium, D

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Biography

Privat
Renate Reich, geboren in Kabul, Afghanistan, lebt und arbeitet in Wien. Sie ist mit ihrem langjährigen musikalischen Wegbegleiter, dem Gitarristen Thomas Palme verheiratet und hat eine Tochter. Sie hat in den USA und in EU Klassischen Gesang, Jazzgesang, IGP-Gesangspädagogik und die Speech Level Singing (SLS) Methode studiert und ist als Sängerin auf der Bühne ( >>>link zu Bandprojekte), im Studio und als professional Vocal Coach in ihrem Studio “Der Stimmraum” tätig. www.derstimmraum.at

Neben der Musik, der ihre Hauptliebe gilt, liebt Renate es, allein in der Weltgeschichte herum zu reisen und auf ihrem Reiseblog unterhaltsame Geschichten zu veröffentlichen. <<www.renatereich.at/reiseblog/

Wenn sie zu Hause ist, greift sie in letzter Zeit immer öfter zu Farbe und Pinsel und malt “Häuserwelten”. Sie hat Kunstkurse besucht und ihre Werke waren bereits in mehreren Ausstellungen zu sehen, unser anderem in den Wiener Ringstrassen-Galerien. <<www.renatereich.at/artwork/

Bio

Bühne
Renate Reich stand mit zahlreichen Größen der Musikszene auf der Bühne (Christian Kolonovits’ VSOP, den Jazzlegenden Richard Österreicher und Hans Salomon, Main Street, Willy Astor, Gunkl,… ), tourte mit verschiedenen Formationen durch Europa und gab Gastspiele in den USA. Sie war jahrelang federführendes Mitglied der a cappella Gruppe “Die Echten” und ist als Jazz- und Pop-Sängerin von “Rich & Famous” bei vielen Events wie z.B. bei der Silvestergala im Hotel Imperial, Wien zu hören.

Auftritte führten sie mehrmals ins Wiener Porgy & Bess, ins ORF Radio Kulturhaus, nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien, Südafrika und La Reunion. Sie sang in Los Angeles, San Diego und in New York, wo sie im Oktober 2019 mit dem Bassisten George Farmer Aufnahmen für ihr neues Album (“She’s All About The Bass”) machte.

Studio
Renate Reich hat als Sängerin an mehreren Alben mitgewirkt und bisher fünf Soloalben veröffentlicht. Mit dem Gitarristen Thomas Palme produzierte sie als “Palmina Waters” 2000 ihr erstes Album mit eigenen Kompositionen, darauf folgten drei weitere, die im Bereich Jazz und Singer-Songwriter angesiedelt sind. Sie wurden mit dem “Renate Reich Fivetett” eingespielt, mit dem sie auch auf internationalen Jazzbühnen konzertiert.

2000 “Wheels Of Time”  Palmina Waters (palmenreich productions)
2008 “Luftschifferlhupfer” Renate Reich &  Thomas Kramer (palmenreich productions)
2012 “Devil May Care” Renate Reich Fivetett (Jive Music)
2016 “Home” Renate Reich Fivetett (palmenreich productions)
2018 “So Full Of Life” Renate Reich Fivetett (ATS records- CD & DVD)

Vocal Coaching

Vocal Coaching und Gesangsunterricht

In meinem Unterricht verknüpfe ich technische Aspekte des Singens mit musikalischen. Ich versuche, Dich dort abzuholen, wo du gerade stehst und Dich bei Deiner persönlichen Entwicklung ein Stück lang zu begleiten und Dir zu helfen, dein Stimmpotenzial optimal zu nutzen. Ich arbeite sowohl mit Profis als auch mit Hobbysängern oder Anfängern. Ich bin erfahrene Sängerin im Bereich Jazz, Pop, Rock, Blues, Soul, Chanson und gebe meine Erfahrungen gerne weiter. Neu: Online Stunden << link zu Booking [/av_textblock] [/av_one_third][av_one_third min_height='' vertical_alignment='' space='' custom_margin='' margin='0px' row_boxshadow='' row_boxshadow_color='' row_boxshadow_width='10' link='' linktarget='' link_hover='' title_attr='' alt_attr='' padding='0px' highlight='' highlight_size='' border='' border_color='' radius='0px' column_boxshadow='' column_boxshadow_color='' column_boxshadow_width='10' background='bg_color' background_color='' background_gradient_color1='' background_gradient_color2='' background_gradient_direction='vertical' src='' background_position='top left' background_repeat='no-repeat' animation='' mobile_breaking='' mobile_display='' av_uid='av-euq96-5'] [av_textblock size='18' av-medium-font-size='' av-small-font-size='' av-mini-font-size='' font_color='custom' color='#0a0a0a' id='' custom_class='' av_uid='av-k117ma5g-4' admin_preview_bg='']

Speech Level Singing (SLS) und
Mix-Technik (IVTOM)

In den USA von Seth Rigg entwickelt, ist SLS eine funktionale Methode der Stimmbildung, die nach der italienischen Belcanto Gesangstechnik in Verbindung mit Erkenntnissen der Stimmtherapie und Medizin entwickelt wurde. Sie hilft auch denen, die durch schlechten Unterricht oder falsche Praxis Stimmprobleme oder einen Stimmschaden erlitten haben. Mix-Technik ist eine Weiterentwicklung dieser Methode. Weitere Informationen über meine Gesangstechnik und einen Event-Rückblick gibt es auf derstimmraum.at

Ausbildung und
Werdegang

Ich habe die SLS und die Mix Methode in den USA und in Europa studiert und bin Österreichs erfahrenste und am höchsten zertifizierte SLS-Lehrerin und acreddited member of IVTOM. In Wien habe ich die Studien Jazzgesang und Instrumental-Gesangs-Pädagogik (IGP) mit Auszeichnung abgeschlossen und habe mich an zahlreichen Institutionen weitergebildet (Berklee College Of Music, Hochschule für Musik, Graz, Schule des Sprechens, ATT Atem-Tonus-Ton, Schauspiel und Pantomime).

Bookings

Live Musik

Unterrichtsstunde

Buche eine Stunde in meinem Vocal Studio “Der Stimmraum”. Derzeit ist Unterricht nur online – auf Skype oder Zoom möglich.

Schicke mir eine kurze Beschreibung, woran du arbeiten möchtest und was Dich besonders interessiert (z.B. Stimmtechnische Aspekte und Probleme, Repertoire aufbauen, bestimmte Musikstile bzw. Songs erlernen, Chorgesang, Komposition & Songwriting …). Im Online Unterricht arbeiten wir mit Playbacks, und (Noten)material das ich vorab verschicke.

Preise: 1 EH (50 Minuten) – Eur 70.- /Studenten 50.- I 1/2 EH 25 Minuten Eur 40.- /Studenten 30.-Stunden müssen vorab per Banküberweisung oder PayPal bezahlt sein. Eine Buchungsbestätigung bekommst du nach Zahlungseingang per e-mail
Storno: bis 48 Stunden vor dem vereinbarten Termin kostenfrei möglich.

1 + 0 = ?

Concert bookings

Management Red Carpet Stage Service
Martin Grünbeck
+ 43 676 94 27 769  Mail

Record Labels
ATS Records Reinhard Brunner Mail I www.ats-records.de
Jive Music Austria Rens Newland Mail I  www.jivemusic.at
palmenreich productions Thomas Palme  Mail I www.palmenreich.at

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Blog

Aankomst. Kapstadt – Hier bin ich nun, am anderen Ende der Welt. Beziehungsweise am unteren Ende der Landkarte, wo die Sonne im Norden steht und die Jahreszeit umgekehrt zu unserer daheim ist. Alles anders. Auch die Leute fahren hier auf  der „verkehrten“ Straßenseite, das ist sehr gewöhnungsbedürftig und absolut nicht streßfrei. Aber dazu später.

Den langen Flug habe ich diesmal sogar ein wenig genossen, weil die Landschaft unter mir so faszinierend war. Auf meinem Platz versperrte eine riesige Tragfläche den Großteil der Aussicht, darum habe ich mich immer wieder an einem der wenigen kleinen zugänglichen Fenster stehend aufgehalten, meine Nase daran plattgedrückt und fasziniert nach unten geschaut

Nachdem man das Meer überquert hat, fliegt man einige Stunden über die Wüste. Über orange-sandfarbene Dünen verschieder Art, wundervolle Muster, die ich am Liebsten gleich als Kunstwerk zu Papier bringen würde. Zuerst sternenförmig, dann langgestreckt. Wenn man sich dem Äquator nähert, wird es dann erst richtig spannend. Andere Muster erscheinen, verschiedenartig geformte Flecken und dann riesige, gewundene Flußläufe, die sich wild schlängelnd, wie Schlagadern vom Untergrund abheben. In der Sonne glitzernde Seen, endlose Baumlandschaften. Ich bin fasziniert, inspiriert und speichere das alles im Geiste ab. Erfreulicherweise gibt es dazu ein Glas gekühlten Prosecco. Naja, einen Plastik-Becher halt. Oder zwei.

Das erste, was mir nach der Landung am Flughafen auffällt, sind die Frisuren und der blumige Geruch. Viele sehr schwarze Menschen mit ideenreichen, sehr eigenwilligen Haarkompositionen stehen mehr oder weniger – eher weniger – geschäftig herum. Entweder mit kunstvoll drapiertem Haar oder auch gänzlich ohne. Aber Kopf-Styling ist hier sehr wichtig. Die Herren bei der Passkontrolle scheinen ihre Glatzen besonders sorgfältig poliert zu haben. Möglicherweise mit dem gleichen Mittel, dessen Geruch in der ganzen Ankunftshalle präsent ist und mich an ein cremig-öliges Produkt aus einem Afro Shop erinnert, eine dicke Paste für schwer zu bändigende Haare, die ich mir vor Jahren in meiner Not mit der ständig feuchten Luft in Los Angeles gekauft habe.

Begrüßt werden wir von zahlreichen Flaschen: die Passkontrollore sitzen wie Könige in kleinen Kobeln, die allesamt mit Werbung für hier preisgünstige Alkoholika verziert sind. Ein seltsames Bild. Einer dieser dunkel glänzenden Köpfe blickt stolz und streng auf meinen Pass, als ich endlich drankomme und fragt mich knapp, wie lang ich in Südafrika bleiben will, bevor er einen energischen Stempel hineindrückt. Jetzt sind wir hochoffiziell beglaubigt und wahrhaftig eingereist.

Bei der Autovermietung versteht ein übrigens erstaunlich unoriginell frisierter Mann nicht, warum ich als Ehefrau einen anderen Namen habe als mein Mann, nämlich Reich-Palme und nicht nur Palme. Er grinst und sagt zu meinem Mann, „Why not only your name? You are not strong enough“. Naja, wenn er das meint – wir schmunzeln und machen uns auf den Weg zu unserem Wagen.

Und dann beginnt das eigentliche Abenteuer: als Beifahrerin in einem Wagen mit Gangschaltung auf der linken Straßenseite – mit einem legasthenisch veranlagten Mann, in der Nacht, in Kapstatdt. Na servas. Wir zuckeln ziegenbockartig aus dem Autovermietungsgelände unmittelbar auf eine stark befahrene Autobahn. Schalten mit der linken Hand will erst mal gelernt und geübt sein. Ich bin an eine Szene im Film „Night On Earth“ von Jim Jarmusch erinnert, in der ein alternder, ehemaliger Clown aus Ostdeutschland seinen neuen Job als Taxifahrer in New York antritt und seine Not mit dem Automatik Fahrzeug hat. Dort übernimmt schließlich der Fahrgast das Steuer.

Auf der Autobahn heißt uns eine große, rote Leuchtschrift willkommen: „Don’t Stop on the highway – Dangerous zone“. Nona, freiwillig würden wir das sicher nicht tun. Ich habe aber kaum Zeit, mich über diese Information aufzuregen, denn mein Mann fährt immer so weit links, dass wir entweder am Randstein, an der Leitplanke oder an der Bordsteinkante streifen, oder auch in die Nebenspur hineinragen.

Der Versuch bei der ersten Tankstelle, ein wenig zu verschnaufen und Bier oder Wein einzukaufen scheitert kläglich, man hätte sich ja doch vorher besser informieren sollen. Zigaretten gäbe es genug, aber ich rauche nicht mehr. Also nur Wasser. Und weiter geht es. Ich versuche so gut wie möglich mit Hilfe des Navigationsgerätes anzusagen, wohin wir fahren sollen, der Fahrer ist mit der Bedienung des Fahrzeuges schon reichlich ausgelastet.

Die nächste Ausfahrt links, nein liiiinnksss… dort ist das Links – ich klopfe laut ans Fenster. Wir sind beide völlig entnervt und es bessert sich auch nicht, als ich einmal eine Abfahrt versäume und wir woanders hingeraten.

Die Anwesenheit zahlreicher Polizeifahrzeuge, Security Männern in gelben Leuchtwesten und die gut beleuchteten Straßen erwecken aber doch das Gefühl, halbwegs sicher zu sein, auch wenn immer wieder zahlreiche dunkle Gestalten die Straßen queren oder auf diesen sitzen oder liegen. Eine kleine Steigerung des Fahr-Abenteures gibt es dann noch am Ende der Strecke, als die Straßen sehr kurvig, eng und steil werden. Die Auffahrt zu unserer Einfahrt und das Einparkmanöver hätte ich selbst kaum bei Rechtsverkehr geschafft. Ich schon, aber meine Nerven wahrscheinlich nicht. Es ist 1 Uhr in der Nacht und wir sind heilfroh, dass wir am Ziel sind.

Unser Apartement erfreut uns zunächst mit ein wenig Schimmelgeruch, der aber nach kurzer Durchlüftung zum Glück bald wieder verschwindet. Wir genießen einen herrlichen Ausblick auf das Lichtermeer dieser riesigen Stadt und eine Tasse Rooibos Tee statt einem Glas Wein auf einer lauwarmen, sommerlichen Terrasse. Der Duft von Gangia (wahrscheinlich aus dem Nachbarhaus) umschwebt unsere Nasen und über uns funkelt eindrucksvoll ein prächtiger Sternenhimmel. Aankomst. Kapstadt. Alles ist gut.

Renate Reich, 12. November 2018

Geich vorweg: ich bin nicht in Louisiana, am Mississipi oder in New Orleans… aber dennoch in „kreolischem“ Gebiet, auf einer Insel im Indischen Ozean: La Reunion. Jenseits des Äquators, im südlichsten Teil Frankreichs, daher natürlich auch in einem Teil der EU. Darum bin ich da.

Kreolisch bedeutet, vereinfacht gesagt, eine Mixtur. Aus Europa und „irgendwo in Übersee“: Bevölkerung, Sprache, Kultur, Religion, Essen, alles… Und das kann sehr, sehr spannend sein.

Schuld ist der November. Seit ich mich erinnern kann, habe ich den November immer schon nicht leiden können. Mein absoluter „No Go Monat“: nebelig, kalt, grau, schiach, voll entbehrlich… im Oktober ist es ja manchmal noch schön, zum Beispiel zum Wandern – die bunten Blätter, Nüsse, Trauben und der frische Sturm, all das kann noch was. Die letzten Ausläufer des Sommers lassen grüßen und erfreuen mit allerlei leuchtenden Farben. Und dann: November: der kann gar nix. Außer vielleicht ein Martinigansl. Mit Maroni, wenn man Glück hat; das war’s aber auch schon. Im Dezember gibt es dann wenigstens manchmal ein bißchen Schnee oder zumindest die Vorfreude auf Weihnachten, den Advent, die Kerzen, die hübsche, glitzernde Weihnachtsdeko…

Wie auch immer – ich habe mir für dieses Jahr einen Plan zurecht gelegt, dieser unliebsamen Zeit zu entfliehen und diesen auch in die Tat umgesetzt (was so manche mir mehr oder weniger bekannte Mitmenschen in Erstaunen versetzt hat). Word. Done.

Nun bin ich also hier, nach einer äußerst aufregenden Anreise (siehe Kreolisch Reisen Teil 1 und 2) und ich fasse einmal meine Eindrücke der ersten Woche zusammen:

Es ist mega super, den ganzen Tag ohne Schuhe herum zu laufen. Im Haus und auf der Terrasse. Na gut, das war wohl etwas zu persönlich, empfinde ich aber trotzdem so. Großes Wohlbefinden 🙂 es ist (Früh-) Sommer hier.

Die Insel ist eine riesige Mixtur an… allem. Es kommt mir vor, wie wenn ich zu Hause den Kühlschrank öffne und schaue, was es alles gibt und es mir gelingt, daraus eine wunderbar schmackhafte Mahlzeit zuzubereiten. Hier gibt es ganz viel Verschiedenes. Aufgefallen ist mir das erstmals im Supermarkt während ich an der Kasse wartete: hier stehen so viele Menschen unterschiedlicher Statur, Größe, Hautfarbe, Haarfarbe, ein wahrliches Panoptikum. Und dazu noch das viele „Bunt“: Gewänder, Häuser, Möbel, Pflanzen, unzählige Blüten, der Himmel, spektakuräre Sonnenuntergänge,… einfach super truper farben-froh. Ich mag das. Und das Tolle daran ist, dass diese bunte Mischung hier gut zu funktionieren scheint. Die Menschen haben verschiedene Hautfarben, Herkunft, Ethnien, Religionen – was auch immer – es ist egal!!! Sie leben alle auf dieser winzigen Insel (ca. 60 km lang) im riesigen Indischen Ozean zusammen, fühlen sich, so unterschiedlich sie auch sind, als „Reunionaisen“ und jeder darf das sein, was er ist, was er/sie sein will. Irgendein Zufall früherer Generationen hat sie hierher gewürfelt, und sie sind geblieben. Christen, Moslems, Hindus… du findest hier die unterschiedlichsten Religionen und ihre Kirchen, Moscheen, Tempel dicht an dicht nebeneinander, in voller Toleranz. Paradies eigentlich, finde ich. Bei uns wird es hingegen immer engstirniger, ungustiöser, und … eigentlich gefährlich, fürchte ich.

Aber nicht nur die Menschen und ihr Erscheinungsbild sind mannigfaltig, ebenso und ganz besonders hier ist es die Natur. Man kommt sich vor, wie in einem riesigen Blumengeschäft, wie im Tropenhaus, ja oft sogar wie in „Fairytopia“, im Barbie-Fantasie-Land, das ich früher mit meiner Tochter so gern auf DVD angeschaut habe: es gibt riesige Schlingpflanzen und Farne, Blätter und Blüten aller Formen und Farben, Wälder, Steppen, Berge, Schluchten, Canyons, unzählige Wasserfälle, Strände, Sand und 1000e Arten von Palmen, einen Vulkan… paradiesisch, wirklich – und das alles bei herrlich angenehmen (keinesfalls dem Europäer gewöhnlichen November-) Temperaturen.

Am Anfang war ich völlig überfordert – mit Schauen und Staunen und, was, bitte, soll ich denn da NICHT fotografieren? Allein die Tatsache, dass ich meinen Wagen selbst chauffieren muß, läßt mir weniger Zeit dazu, leider.

Mein erster größerer Ausflug führt mich in den Cirque de Salazie, den größten und am leichtesten zu erreichenden der drei hier vorhandenen, imposanten Bergkessel. Dafür stehe ich auch schon um 5:40 auf – und wer mich kennt, weiß, für mich ist das eine außergewöhnliche Leistung, die wirklich eines besonderen Anlaßes bedarf. In den Reiseführern steht die frühe Anreise expilzit als Empfehlung drin, denn schon im Laufe des Vormittags ziehen Nebel und Wolken auf und verschleiern die Sicht auf das wunderbare Bergpanorama. Als ich dann von der Autobahn abfahre und in das Tal einfahre, bin ich erstmal sprachlos. Ich halte an der Seite und genieße den Ausblick, mache die ersten Fotos. Wie gesagt, die Auswahl ist nicht leicht, … die weitere Fahrt wird immer kurviger und steiler, ich ziehe meinen geistigen Hut vor den Straßenbauern.

Es ist, als ob man die Außenkanten eines gefiederten Blattes entlang führe – die Straße schmiegt sich an den Berg, sie kuschelt sich an das Gelände und paspelt es regelrecht ein. Das erfordert viel Aufmerksamkeit beim Fahren. Ich wünsche mir einen Chauffeur oder einen Sänftenträger, so wie es hier in früheren Zeiten die wohlhabenden Reisenden zu praktizieren pflegten. Dann hätte ich noch mehr Chance auf bewundernde Blicke für meine Umgebung. Ist aber nicht. Kommt davon, wenn man mit sich selbst alleine verreist. Und die Sänftenträger müßten ohnehin alle zwei Kilometer (wegen Erschöpfung) ausgetauscht werden, das will man ja doch niemandem zumuten, nicht mehr heutzutage.

Bewunderung allerdings empfinde ich durchaus für die Busfahrer, die sich hier mit äußerster Präzision durch die Gegend schrauben. Mitfahren möchte ich dann aber lieber doch nicht. Da fühle ich mich in meinem wendigen Kleinwagen schon etwas wohler, vor allem beim Durchfahren eines Überhangs, der fröhlich, quasi mitten durch einen kleinen Wasserfall führt.

Ziel meiner heutigen Ausfahrt ist die kleine Stadt Hell Bourg, ein ehemaliger Kurort mit Thermalquellen, die im vorigen Jahrhundert zunächst leider plötzlich erkaltet und mittlerweile völlig versiegt sind. Außerdem hat ein durch einen Zyklon ausgelöster Erdrutsch die Therme vollkommen zerstört. Aber das Dorf mit seinen bunten Häuschen gehört jetzt immerhin offiziell zum erlesenen Club der schönsten Dörfer Frankreichs.

Viele der zur Zeit des Thermen Booms Ende des 19. Jh. entstandenen kreolischen Häuser wurden renoviert und sind durchaus sehenswert, allen voran natürlich das „Maison Folio“ mit seinem legendären Garten. Ich bin so früh dran, dass sich noch locker ein Kaffee ausgeht, bevor die Führung dort beginnt. In einer kleinen Bäckerei kann ich mich unter all den exotischen Leckereien nicht entscheiden und belasse es dann bei einem Heißgetränk. Maniok-, Mango-, Passionsfrucht-, Kürbis-, Ananas- oder Chayote- Kuchen… ???? Was hätte man denn da nehmen sollen?

Um punkt 9:00 finde ich mich mit zwei Franzosen vor dem Gittertor der „Maison Folio“ ein, doch es ist abgeschlossen; zwar elegant ohne Schloß, nur mit Kette, aber dennoch… wir rätseln. Heute ist der 11.11. – ein Feiertag auf der Insel. Ob deswegen geschlossen ist? Um 9:15 trudelt gemütlich eine Person ein und öffnet die Pforten, jaja, alles gut, es geht jetzt los. Pah, Pünktlichkeit, das nimmt man hier nicht so wörtlich genau.

Diese Dame ist eine Kreolin, wie man sie sich bildlich vorstellt. Mittel bis dunkle Hautfarbe, krauses, braunes Haar, volle Lippen. Hätte sie noch ein Kopftuch und Ohrringe, wäre sie das Klischee pur, aber sie trägt Jeans und und T-Shirt und vor allem ein Mundwerk, das man niemals gegen sich gerichtet haben möchte. In unheimlich zungenfertigen, schnellen und gewandten Sprachmanövern erklärt sie den immer zahlreich werdenden Gästen, den Hausgebrauch: zuerst dort drüben Karten kaufen, und jetzt sofort beginnt die Führung. „Kleiner Monsieur, stellen Sie sich bitte hierhin, und Sie, mit dem großen Rucksack, gehen Sie zwei Schritte nach hinten, und die Dame mit dem Hut kommt jetzt zu mir, …nein, dahin, …ja genau so.“

Sie positioniert ihre Gäste wie in einem Schachspiel und erklärt dann ausführlich alle Pflanzen des Gartens, erzählt von deren Herkunft und Verwendung und gibt allerlei Anekdoten zum Besten. Dass man den Riesenbambus wachsen hören kann, dass man Kampferholz zwar für den Bau von allen möglichen Möbeln, aber niemals für Betten verwenden soll, weil es angeblich impotent macht, dass die Frauen auf der Insel aus Rum-Flaschenverschlüssen (ringförmig) mit Zwirn tolle Vorhänge anfertigten und sich die Männer bereitwillig für die Materiallieferung “opferten”… je mehr Verschlüsse desto größer das Stoffwerk. Der Rum wird hier übrigens nicht nur einfach getrunken, sondern vorher liebevoll „arrangiert“. Er wird nach Belieben mit frisch geschnitten Früchten oder Gewürzen verfeinert: Ingwer, Zitronen, Mangos, Vanille… Man versteht es sehr gut, sich zu arrangieren hier auf der Insel, meint sie.

Dazu gibt es allerlei Riech- und Tastproben (von Curcuma, über verschiedene Holzarten, Bambus, arrangiertem Rum…) Leider verstehe ich nur etwa 40%, mein Französisch ist zu sehr eingerostet bzw. ich kann den verbalen Spitzen nicht schnell genug folgen; es ist dennoch sehr unterhaltsam. Neben den spannende Pflanzen und Blüten im Garten gibt es im Haus interessante Gebrauchsgegenstände aus vergangenen Zeiten zu sehen; so auch ein Gerät zum Rühren von Sorbets, das man mit diversen exotischen Früchten und mühsam heruntergekarrtem Schnee des nächstgelegen Berggipfels hergestellt hat (Piton des Neiges).

Nach diesem Feuerwerk an pflanzlichen und sprachlichen Blüten schlendere ich gemütlich durch den kleinen Ort. Eine lokale Jazzband spielt in einem Hinterhof auf, ich fühle mich ein wenig an die Filmmusik von Fellini erinnert, mit viele Blechanteil, ziemlich schräg. Naja, man kann auch vor Publikum üben, wenn es woanders nicht geht… lange halte ich das aber nicht durch. Ich gehe zurück zu meinem Auto und fahre weiter.

Der Flug nach La Reunion ist lang. Laaaaang. Der Sonnenaufgang über Afrika ist spektakulär, ich kann mich gar nicht satt sehen an diesen tollen Farben und mit meinem Handy gelingt mir immerhin ein brauchbares Foto. Dann fliegt man über das Meer, wieder laaaaang. Wolken und Meer. Mehr Wolken, dann wieder weniger. Jedenfalls ganz viel Meer. Und als der Flieger endlich zum Landen ansetzt, sehe ich noch mehr Meer. Ich stelle ich mich innerlich schon auf eine Wasserung ein. Wirklich in letzter Minute taucht die rettende Landebahn auf. Finde ich zwar gut, aber so ein kleiner Inselrundflug davor, wär schon hübsch gewesen. Hatte mich schon so darauf gefreut – die Insel von oben zu sehen. War wohl umsonst.

Der Flughafen ist winzig, und ein bißchen so, wie die auf den griechischen Inseln. Alles ein bißerl improvisiert, in Bau befindlich, etwas vernachlässigt. Ich warte zunächst beim falschen Gepäcksband, ein innerlicher Instinkt sagt mir aber, dass mehr Menschen mit mir mitgekommen sein müßten als hier stehen. Wo sind die alle? Ich mache mich mit meinem Wagerl auf die Suche und finde bald eine beachtlich große Menschentraube. Dicht gedrängt und unmittelbar am Gepäckband, stehen sie alle in der ersten Reihe – und eindeutig VOR der gelben Linie, so als wollten sie alle auf dem Band mitfahren.

Das ist ärgerlich. Denn ich sehe nur Menschen und keine Koffer. Mit meinem Wagerl plus Handgepäck kann ich nicht so nahe ranfahren. Dieses unbeaufsichtigt hinten stehen zu lassen, erscheint mir jedoch nicht als ratsame Alternative. Ich luge zwischen Armen, Beinen, Rümpfen und Köpfen hindurch und erspähe vereinzelt Teile von verschiedenfarbigen Gepäcksstücken. Es kommt mir ein bißchen vor, wie bei Dalli Klick – wer das noch kennt. Man muß anhand winzig kleiner Ausschnitte das ganze Bild erkennen. Mein Koffer hat es aber scheinbar nicht eilig, und als er dann endlich einfährt, sind viele der Wartenden schon weg.

Erstaunlich viele ältere Menschen, die sichtlich wanderfroh sind, reisen in diese Gefielde. Schon im Flieger mit Wanderschuhen, wetterfestem Anorak und Rucksack unterwegs, sprachlich gesehen hauptsächlich Gallien und dem Schweizerland zuzuordnen. Und interessanterweise auch ein paar gleichgeschlechtliche Paare. Ich bin auf jeden Fall die einzige, die hier ganz allein anreist. Noch dazu aus Wien.

Nächste Aufgabe: Auto abholen; die Kleinheit des Flughafens macht es leicht, die richtige Stelle zu finden, nur waren leider die Leute, deren Koffer schon früher ins Ziel eingefahren ist, schon vor mir da. Ich warte eine halbe Ewigkeit, die lassen sich Zeit, hier, wir sind ja im Süden…

Als ich schlußendlich alles ausgefüllt, unterschrieben und unter den vielen, ausnahmslos weißen (und ein paar wenigen silbernen) Fahrzeugen das passende gefunden habe, fällt mir ein kleiner Stein vom Herzen. Ich ziehe – endlich ! – mein im Handgepäck mitgebrachtes Sommergewand an, ich bin nämlich einem Kreislaufkollaps nicht unnah. Es ist 12:00 Mittag und es hat fast 30 Grad. Juhuu, Sommer… Uffffffffff.

Und dann wird es wieder stressig. Ich montiere mein extra neu gekauftes, frisch mit Afrika-Karte (inkl. La Reunion) beladenes Navi, aber es kennt sich nicht aus. Ein blauer Pfeil auf weißem Grund. Na super. So g’scheit bin ich auch. Ich versuche es mit dem Handy, doch leider: kein Internet. Hier bin ich nun endlich 🙂 im heißen (weißen Navi-) Nirvana und weiß nicht, wohin ich fahren muß. Mein Vermieter hat gebeten, ihn anzurufen, wenn ich da bin – leider habe ich mir aber die Nummer nicht notiert, steht ja eh im Airbnb Verlauf… super – kein Netz, kein Net, keine Nummer.

Noch bevor ich anfangen kann, irgendeine Art von Verzweiflung zu entwickeln, läutet mein Telefon. Es ist Jano, mein Vermieter. Wo ich denn so lange bleibe? Herzlich willkommen, aber es gibt ein Problem, er muß nämlich eigentlich schon wieder weg. Ob ich eh weiß, wie ich fahren muß… ? Nein, aber ich hoffe es ist ausgeschildert, weil mein Navi geht nicht!! Also, ich soll mich doch bitte beeilen, er beschreibt mir den Weg – auf französisch natürlich 🙁 …und wir wollen uns bei einer bestimmten Ausfahrt treffen. Na gut, ich fahr halt mal los.

Ein geistiger Blick auf meine innere Landkarte sagt mir, dass ich himmelsrichtungsmäßig nach links muß, das wäre geographisch sinnvoll. Dieser Geistesblitz führt mich zunächst aber nur in eine Sackgasse. Besser, wäre es vielleicht doch, zuerst mal eine größere Straße zu suchen.

Der Verkehr in der Hauptstadt Saint Denis ist jedenfalls auch kein „Lercherlschas“, wie man so schön sagt, bei uns in Wien. Aber ich hab’s ja eh nur – ein bißerl – eilig und kenn mich dafür – gar nicht – aus. Ich versichere mich mit einem Anruf bei Jano, dass St. Paul die richtige Richtung ist ? „…ja passt, immer nur rechts halten.“ In einem der zahlreichen Kreisverkehre halte ich mich ganz weit rechts und finde mich flugs auf einer vom Rest der Straße baulich mit Beton abgetrennten Busspur wieder. Schön langsam komme ich mir vor, wie einer dieser Helden aus den „Spaßvogel“ oder „Tollpatsch“ Filmen, die aber auch gar kein Fettnäpfchen auslassen.

Die Busspur vereint sich nach etwa einem halben Kilometer wieder mit dem Rest der Straße, (danke vielmals!!! zurück kann man da nämlich auch nicht mehr) ich fahre auf die Autobahn und lege mal ein wenig Zahn zu.

Nun geht alles sehr schnell: besagte, vorher vereinbarte Ausfahrt ist ebenso leicht gefunden wie meine Kontaktperson und kurz darauf sehe ich mich schon hurtigst einem Motorrad folgen. Jetzt aber eher wie in einem James Bond Film, zunächst auf der Autobahn, dann steil bergauf, durch eine beträchtliche Anzahl von Kehren, Haarnadelkurven und über plötzlich auftauchende, relativ hohe Schwellen. Also, eines darf man in diesem Land sicher gar nicht haben: Angst vor Bergfahrten! Ich bin ja von diversen Italien Urlauben, bezüglich enger Gäßchen und speziell meinem Elba Aufenthalt bezüglich enger und steiler Bergstraßen einiges gewöhnt, aber das toppt eindeutig alles. Eine plötzliche spitze Linkskurve führt unerwartet in eine gänzlich unbefestigte Straße, mit bemerkenswerten Schlaglöchern in hübscher roter Erde. Dann geht es nach rechts und steil bergab. Ich weiß nicht, aber ich glaube, dieser Steigungsgrad wäre in Österreich straßenbaulich nicht genehmigt. Ich wünsche mir augenblicklich ein Kettenfahrzeug.

Zu meiner Erleichterung sind wir bald darauf da, ich werde in meinen Parkpatz eingewiesen und steige mit großer Freude aus. Ich habe wirklich Glück, das Haus ist ein Traum, die Aussicht auf’s Meer fantastisch, es ist ein Sandwich für mich vorbereitet und ein Bier eingekühlt: Le Dodo e la! So heißt das Bier nämlich hier. Dodo. Schön. Exotisch. Cool. Nach dieser kleinen, sehr willkommenen Erfrischung schleppe ich mich und mein Gepäck in mein Zimmer und will nur noch eines: In Ruhe und bequem ausgestreckter Lage schlafen.

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