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Renate Reich

Vocalist I Vocal Coach

“Outstanding feel, interesting arrangement, great vocal sound, and the music is enjoyable and creative.”  | Kari On Press, US

Musik kaufen

So Full Of Life
CD & DVD, ATS records 2018

Home
palmenreich productions, 2016

Devil May Care
CD Jive Music, 2012

Wheels Of Time
palmenreich productions, 2000

Tour Dates

20:00 Uhr

Renate Reich – vocals, Milos Todorovski – accordeon, Mike Scharf – guitar

New textures and structures –  jazzswinglatingroovemelodies and some true stories.

Die Jazzvokalistin und ihren beiden Musikerkollegen nehmen das Publikum mit auf eine klanglich spannende Reise. Mit aufregend schöner Musik und Texten, die sie aus der ganzen Welt zusammengetragen hat, spannt Renate Reich an diesem Abend einen weiten Bogen von Jazz über Pop bis hin zu ihrer frühesten Liebe: dem französischen Chanson. Und sie gibt Einblicke in ihr Leben als Künstlerin auf Reisen: ihre manchmal skurrilen Erlebnisse hat sie in spannende, witzige Geschichten verpackt, aus denen sie ein paar Ausschnitte präsentiert.

Reservierung

20:30

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Johannes Thoma – piano, Navid Djawadi – bass

20.00
“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarren und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden.”
Renate Reich – vocals
Thomas Palme – guitar
Farid Al-Shami – cajon

Special guests:
Milos Todorovski – accordeon
Volker Wadauer – bass
Kayetana Wolf – vocals

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit einer packenden Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme, reich an Nuancen, Gefühl und Ausdruck. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. Singer Songwriter meets Jazz and Blues. Fine Acoustic Music gets to its best!

https://www.youtube.com/watch?v=mslTPeGwB0c

Renate Reich zeigt sich stimmlich facettenreich von samtig bis rockig, Thomas Palme an der Gitarre überzeugt als geschmackvoller Begleiter und virtuoser Solist und Farid Al-Shami beweist eindrucksvoll, dass eine Cajon mehr ist als eine Holzkiste, zu der man Flamenco tanzen kann.

20:00

Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Hannes Laszakovits – bass

Konzert & Vernissage

JazzStandards Swing & Latin, soulful and bluesy music.

Die vielseitige Künstlerin präsentiert in der Galerie ihre neuesten Werke.

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Markus Gaudriot – piano

Silvestergala

Renate Reich – vocals, Thomas Kramer – guitar, Nikola Stanosevic – piano, Stefan Pista Bartus,- bass, Harald Tanschek – drums

20:00

Renate Reich – vocals
Johannes Thoma – piano
Karl Sayer – bass
Michael Seyfried – drums

Enchanting Live Jazz – Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben.

Über Ihr aktuelles Album “So Full Of Life” (ATS records) schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen”.

Die in Europa und USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Kurz gesagt… Ihre Stimme hat eine Seele.” Jörg Konrad, Jazzpodium, D – review 2017

Bands

GROOVE CIRCLE

An acoustic music explosion

Renate Reich  vocals, Thomas Palme guitar,
Farid Al-Shami  cajon

RENATE REICH FIVETETT

Songs, that enchant in wondrous ways

Renate Reich vocals, Thomas Palme guitar, Martin Wöss piano, Stefan Pista Bartus bass, Harald Tanschek drums

“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarre und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden”.

Singer-Songwriter trifft auf Rock, Pop, Blues & Soul.
Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, heiße Stimmen, eine groovige Holzkiste und eine virtuose Gitarre. Kaum zu glauben dass hier nur ein Trio am Werken ist. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. 

“So Full of Life – Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung.

Sie versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen. Die in Europa und den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.” | Michael Ternai, Mica

Press

“Ihre leicht angeraute sexy Stimme swingt höllisch gut.” | woolf, concerto, AT

“Brilliant performance, pure world-class entertainment. Definitely the best Jazz I’ve seen and heard in many years – A top act to follow! Her new CD Devil May Care is an absolute must-have.” | Michael L. Reiseneder, Paramount Pictures, US

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Videos

Media

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen.” Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangsverinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt,aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele.”  Jazzpodium, D

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Biography

Privat
Renate Reich, geboren in Kabul, Afghanistan, lebt und arbeitet in Wien. Sie ist mit ihrem langjährigen musikalischen Wegbegleiter, dem Gitarristen Thomas Palme verheiratet und hat eine Tochter. Sie hat in den USA und in EU Klassischen Gesang, Jazzgesang, IGP-Gesangspädagogik und die Speech Level Singing (SLS) Methode studiert und ist als Sängerin auf der Bühne ( >>>link zu Bandprojekte), im Studio und als professional Vocal Coach in ihrem Studio “Der Stimmraum” tätig. www.derstimmraum.at

Neben der Musik, der ihre Hauptliebe gilt, liebt Renate es, allein in der Weltgeschichte herum zu reisen und auf ihrem Reiseblog unterhaltsame Geschichten zu veröffentlichen. <<www.renatereich.at/reiseblog/

Wenn sie zu Hause ist, greift sie in letzter Zeit immer öfter zu Farbe und Pinsel und malt “Häuserwelten”. Sie hat Kunstkurse besucht und ihre Werke waren bereits in mehreren Ausstellungen zu sehen, unser anderem in den Wiener Ringstrassen-Galerien. <<www.renatereich.at/artwork/

Bio

Bühne
Renate Reich stand mit zahlreichen Größen der Musikszene auf der Bühne (Christian Kolonovits’ VSOP, den Jazzlegenden Richard Österreicher und Hans Salomon, Main Street, Willy Astor, Gunkl,… ), tourte mit verschiedenen Formationen durch Europa und gab Gastspiele in den USA. Sie war jahrelang federführendes Mitglied der a cappella Gruppe “Die Echten” und ist als Jazz- und Pop-Sängerin von “Rich & Famous” bei vielen Events wie z.B. bei der Silvestergala im Hotel Imperial, Wien zu hören.

Auftritte führten sie mehrmals ins Wiener Porgy & Bess, ins ORF Radio Kulturhaus, nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien, Südafrika und La Reunion. Sie sang in Los Angeles, San Diego und in New York, wo sie im Oktober 2019 mit dem Bassisten George Farmer Aufnahmen für ihr neues Album (“She’s All About The Bass”) machte.

Studio
Renate Reich hat als Sängerin an mehreren Alben mitgewirkt und bisher fünf Soloalben veröffentlicht. Mit dem Gitarristen Thomas Palme produzierte sie als “Palmina Waters” 2000 ihr erstes Album mit eigenen Kompositionen, darauf folgten drei weitere, die im Bereich Jazz und Singer-Songwriter angesiedelt sind. Sie wurden mit dem “Renate Reich Fivetett” eingespielt, mit dem sie auch auf internationalen Jazzbühnen konzertiert.

2000 “Wheels Of Time”  Palmina Waters (palmenreich productions)
2008 “Luftschifferlhupfer” Renate Reich &  Thomas Kramer (palmenreich productions)
2012 “Devil May Care” Renate Reich Fivetett (Jive Music)
2016 “Home” Renate Reich Fivetett (palmenreich productions)
2018 “So Full Of Life” Renate Reich Fivetett (ATS records- CD & DVD)

Vocal Coaching

Vocal Coaching und Gesangsunterricht

In meinem Unterricht verknüpfe ich technische Aspekte des Singens mit musikalischen. Ich versuche, Dich dort abzuholen, wo du gerade stehst und Dich bei Deiner persönlichen Entwicklung ein Stück lang zu begleiten und Dir zu helfen, dein Stimmpotenzial optimal zu nutzen. Ich arbeite sowohl mit Profis als auch mit Hobbysängern oder Anfängern. Ich bin erfahrene Sängerin im Bereich Jazz, Pop, Rock, Blues, Soul, Chanson und gebe meine Erfahrungen gerne weiter. Neu: Online Stunden << link zu Booking [/av_textblock] [/av_one_third][av_one_third min_height='' vertical_alignment='' space='' custom_margin='' margin='0px' row_boxshadow='' row_boxshadow_color='' row_boxshadow_width='10' link='' linktarget='' link_hover='' title_attr='' alt_attr='' padding='0px' highlight='' highlight_size='' border='' border_color='' radius='0px' column_boxshadow='' column_boxshadow_color='' column_boxshadow_width='10' background='bg_color' background_color='' background_gradient_color1='' background_gradient_color2='' background_gradient_direction='vertical' src='' background_position='top left' background_repeat='no-repeat' animation='' mobile_breaking='' mobile_display='' av_uid='av-euq96-5'] [av_textblock size='18' av-medium-font-size='' av-small-font-size='' av-mini-font-size='' font_color='custom' color='#0a0a0a' id='' custom_class='' av_uid='av-k117ma5g-4' admin_preview_bg='']

Speech Level Singing (SLS) und
Mix-Technik (IVTOM)

In den USA von Seth Rigg entwickelt, ist SLS eine funktionale Methode der Stimmbildung, die nach der italienischen Belcanto Gesangstechnik in Verbindung mit Erkenntnissen der Stimmtherapie und Medizin entwickelt wurde. Sie hilft auch denen, die durch schlechten Unterricht oder falsche Praxis Stimmprobleme oder einen Stimmschaden erlitten haben. Mix-Technik ist eine Weiterentwicklung dieser Methode. Weitere Informationen über meine Gesangstechnik und einen Event-Rückblick gibt es auf derstimmraum.at

Ausbildung und
Werdegang

Ich habe die SLS und die Mix Methode in den USA und in Europa studiert und bin Österreichs erfahrenste und am höchsten zertifizierte SLS-Lehrerin und acreddited member of IVTOM. In Wien habe ich die Studien Jazzgesang und Instrumental-Gesangs-Pädagogik (IGP) mit Auszeichnung abgeschlossen und habe mich an zahlreichen Institutionen weitergebildet (Berklee College Of Music, Hochschule für Musik, Graz, Schule des Sprechens, ATT Atem-Tonus-Ton, Schauspiel und Pantomime).

Bookings

Live Musik

Unterrichtsstunde

Buche eine Stunde in meinem Vocal Studio “Der Stimmraum”. Derzeit ist Unterricht nur online – auf Skype oder Zoom möglich.

Schicke mir eine kurze Beschreibung, woran du arbeiten möchtest und was Dich besonders interessiert (z.B. Stimmtechnische Aspekte und Probleme, Repertoire aufbauen, bestimmte Musikstile bzw. Songs erlernen, Chorgesang, Komposition & Songwriting …). Im Online Unterricht arbeiten wir mit Playbacks, und (Noten)material das ich vorab verschicke.

Preise: 1 EH (50 Minuten) – Eur 70.- /Studenten 50.- I 1/2 EH 25 Minuten Eur 40.- /Studenten 30.-Stunden müssen vorab per Banküberweisung oder PayPal bezahlt sein. Eine Buchungsbestätigung bekommst du nach Zahlungseingang per e-mail
Storno: bis 48 Stunden vor dem vereinbarten Termin kostenfrei möglich.

2 + 0 = ?

Concert bookings

Management Red Carpet Stage Service
Martin Grünbeck
+ 43 676 94 27 769  Mail

Record Labels
ATS Records Reinhard Brunner Mail I www.ats-records.de
Jive Music Austria Rens Newland Mail I  www.jivemusic.at
palmenreich productions Thomas Palme  Mail I www.palmenreich.at

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Blog

Mehrstimmiger Frauengesang dringt an mein Ohr und zieht mich magisch an… groovig, soulig und vor allem: sehr afrikanisch. Ich stehe unmittelbar vor der anglikanischen Kirche in Stone Town und lausche. Ich blicke auf einen stattlichen Bau, der an der Stelle errichtet wurde, wo (viel zu) viele Jahre der größte und fürchterlichste Markt auf diesem Globus beheimatet war: Zanzibars Hauptstadt Stone Town war DER Umschlagplatz für den Sklavenhandel in der ganzen Region, die “Ware” ging nach Asien, Europa und Amerika. Neben dem schmutzigen Geschäft mit Elfenbein aus dem Hinterland (dem allerschwärzesten Schwarz-Afrika) und dem Handel mit Gewürzen war dieser eine der größten Geldquellen für die Herrschenden: Sultane aus Oman und in der Folge diverse zwielichtige Gestalten hatten hier für viele Jahre ihr Hauptquartier aufgeschlagen und konnten fette Profite einfahren.

Wenn man es so betrachtet, macht es gar keine rechte Freude mehr, sich am Anblick all der prunkvollen Paläste und Bauten (bzw. was davon noch übrig ist) zu erfreuen, sind sie ja hauptsächlich auf Kosten von Menschen und deren unfassbarem Leid erbaut. Die Menschheit war irgendwie immer schon schlecht, denke ich mir – grausam, ungerecht, rücksichslos. Zumindest ein Teil der Menschheit. Ich betrete die Kammern, in denen die Sklaven “gelagert” wurden und auf ihren Verkauf warteten: finstere, enge in Stein gehauene “Ställe” mit in Boden oder Wände eingelassenen Metallringen, an denen sie festgekettet waren. Unglaublich. Da war ja der Geflügelmarkt im Vergleich dazu harmlos, obwohl ich dort wegen des grauenhaften Gestanks und dem Anblick lebender, eingesperrter Tiere schnell flüchten mußte.

Zum Glück gibt es den Sklavemarkt jetzt nicht mehr, seit rund 140 Jahren schon nicht. Schautafeln, Bilder und Texte erzählen viel davon und ich verbringe geraume Zeit damit, sie zu studieren. Irgendwann ist es genug. Grauslich. Ich mag nicht mehr. Ich mache mich wieder auf die Suche nach den singenden Frauen. Ich schleiche mich hinein in den Nebenraum der Kirche und sehe sie: schwarze Frauen, gemischten Alters, hier allesamt ohne Kopftuch – klaro, sind ja Christinnen. Leider singen sie jetzt nicht mehr, sondern eine von Ihnen betet etwas vor und die anderen wiederholen es. Call and response. So wie am Anfang – dem Ursprung des Blues-gesangs.

Ich mache gerade eine private Stadtführung in Stone Town und mein Guide ist etwas irritiert, denn die singenden Frauen im Nebentrakt der Kirche stehen eigentlich nicht auf seinem Programm. Aber er läßt mich gewähren und passt sogar auf meine Wasserflasche und das Säckchen mit den Cashew-Nüssen auf, während ich den Stimmen nachgehe.

Dann zeigt er mir die Kirche von innen. Was mir als erstes auffällt – und wiederum auf seinem Programm nicht vorfindbar – hier stehr ein fettes Schlagzeug neben dem Altar. So gehört sich das, denke ich mir. Hallelu-yeah! That’s Africa 🙂 Das Innere der Kirche ist auch irgendwie anders als bei uns in Europa, die Dekorationen rund um den Altar sind (eher billig wirkende) Reliefs aus Metall, die ich in dieser Art noch nie gesehen habe. Und die Säulen sind verkehrt herum eingebaut, mit dem Kapitell nach unten. LOL. Das war nicht beabsichtigt, ist einfach passiert, und gehört zu den skurilen Besonderheiten dieser Kirche. Aber wenigstens ist dieser Ort nun befreit: keine Sklaven mehr. Never ever.

Wir verlassen diese geschichtsträchtige Stätte und werfen uns wieder ins Gedränge. Die Sonne sticht von oben herab, zum Glück trage ich immer noch meinen Riesenhut. Wir schlängeln uns wieder durch gewundene Gassen, in den Hof eines sehr lauschigen, hübschen Restaurants, vorbei an Moscheen und unzähligen kunstvoll geschnitzten Holztüren zu einem kleinen Platz, mit aufgespannten Wimpeln und einem riesigen Holzmast, an dem ein altertümliches Telefon befestigt ist. Das sei der wichtigste Platz von Stone Town, hier trifft MAN sich. Auch: skuril.

Für den Besuch der Forodhani Gardens und des Forts bleibt nur wenig Zeit, das House Of Wonders, ein richtiger, großer Palast (das erste Gebäude mit “Wonders” – zu seiner Zeit, Ende des 19 Jh: einer WC-Toilette und Badewannen) befindet sich in Renovierung und ist leider gerade nicht zugänglich.

Ich mache mich frisch für mein heutiges Rooftop Dinner. 18:00 – nach der Dusche das Einsprühritual, von Kopf bis Fuß, mit stinkig-giftigem Anitimoskito-Schutz. Das Klima am Abend ist zwar traumhaft, aber das Gesprühe ist mega nervig. Ich freue mich schon ein bißchen wieder auf zu Hause. Das Haupthaar wird geknödelt, alles andere ist sinnlos. Styling ist hier echt schwer. Alles rinnt davon oder verpufft in der feuchten Luft. Egal. Ich steige wieder steile Treppen hinauf zu den obersten Terrassen meines edlen Hotels. Der Ausblick ist fantastisch. Der Himmel kohlrabenschwarz, sehr dramatisch. Ob das hält noch, heute den ganzen Abend?

Die Terrasse ist zweigeteilt und ich bekomme einen Tisch im kleinen Bereich. Es sitzen hier noch vier Pärchen, alle in unmittelbarer Nähe, ich bin die Einzige, die alleine hier diniert. Alsbald kommt man ins Gespräch, man sitzt ja so nahe beisammen. Neben mir ein britisches Paar, gerade angereist, schwer zu verstehen, aber nett, ein wenig älter als ich, daneben ein Barack Obama Klon mit ebensolcher Frau und Donnerstimme, eindrucksvoll – aus New York City bzw. aus Los Angeles, wo man derzeit wohnt; dann noch ein älteres Paar aus dem Oman – sie stammt eigentlich aus Irland und er ist Arzt in Pension, ursprünglich aus dem Irak, in Muskat wohnhaft. Ich führe viele interessante Gespräche und ich bin mir fast sicher, ich kommuniziere intensiver mit meinen Tischnachbarn weil ich alleine hier bin. Wenn man als Paar reist, verbringt man doch viel Zeit miteinander, in Zweisamkeit, auch viel davon zweisame Gesprächszeit. Mit einigen tausche ich die Adressen aus.. bin gespannt ob man jemals wieder voneinander hört… ?

Auf der Nebenterrasse gibt es Live Musik, Taraab – eine sehr arabisch anmutende musikalische Variante, Orient pur finde ich, auch die Sängerin gibt sich so, man könnte sie sich auch gut als Bauchtänzerin vorstellen, nur ist sie viel verhüllter. Ich bin sehr glücklich, aufgeregt, zufrieden… das Wetter kommt näher, es blitzt eindrucksvoll und es beginnt ein wenig zu regnen. Die “Boys” entrollen Schutzrollos gegen den Wind und den Regen; das Unwetter zieht aber bald von dannen und es wird wieder richtig unangenehm heiß.

Jetzt tut sich wieder das berühmte Dilemma auf: zur möglichen Kühlung Haut entblößen und den Moskitos zum Fraß darbieten? Oder gänzlich verhüllt und leidend vor sich hin schwitzen? Ich bin ja eingesprüht – und ich vertraue auf die Chemie. Und die gute Hoffnung. Oder den Glauben an das Gute. Zanzibar soll ja seit 2008 malariafrei sein.

Ich lasse den heutigen Tag Revue passieren. Ja, ich bin glücklich. Sehr. In jeder Hinsicht. Zum einen, dass ich heute Nacht einmal nicht von diesen fiesen Bettwanzen ausgesaugt werde und zum anderen, dass ich in den hiesigen Zeiten und an meinem Ort leben darf und nicht in Vorhergegangenen an diesem Ort hier: wahrscheinlich ausgesaugt von Sklavenhaltern oder sonstigem ekelhaften menschlichem Ungeziefer. Danke.

 

 

 

Mein erstes Hotel in Zanzibar hatte nebst bereits beschriebener  gravierender Mankos immerhin den Vorteil, ein halbwegs genießbares, und was die frischen Früchte und Eiergerichte betrifft, sogar ein leckeres Frühstück auf einer schönen Terrasse mit Meerblick zu bieten. In meiner Airbnb Wohnung im Herzen von Stone Town, in die ich nun übersiedelt bin, gibt es gar nix. Außer einer leicht nach Schimmel riechenden Küche mit Kühlschrank – ohne Inhalt. Und, besonders blöd: einige unliebsame, winzige Tierchen, die höchstwahrscheinlich aus dem ersten Hotel mit mir mitgereist sind: Bettwanzen, 1-2 mm groß, flach, blutsaugend. Verstecken sich in Kleidung, Koffern, Taschen, Rucksäcken und in allen Nischen, Spalten und sonstigen (Un)möglichkeiten. Zum Glück hatte ich wenigstens bis jetzt noch keinen Rattenbesuch, obwohl ich hier das Badezimmerfenster, geruchstechnisch bedingt, stets (äußerst dreist) weit offen lasse.

Ich begebe mich in Richtung Uferpromenade und konsumiere in einer wunderschön gelegenen Laube mit Meerblick ein geschmacklich sehr unscheinbares, oder treffender gesagt, geschmacklich völlig entbehrliches Frühstück. Zum Glück gibt es Ketchup und ich bin wenigstetns satt. “Entbehrlich” das passt auch sehr gut zum Beginn dieses Tages, an dem ich als “Killer Queen” zur Tat schreiten muß. Im Indian Shop an der Ecke kaufe ich eine Dose Insektenspray. Leider gibt es nur eine Größe. Und die ist groß. Damit kann man sicher drei Wohnungen samt ihrer (tierischen) Bewohner vergiften. Da es nicht viel kostet und vernünftige Alternativen nicht zur Verfügung stehen, kaufe ich es ein.

Zuerst dusche ich – für diese Stadt und ihre bescheidenen Wasserreserven – unverschämt lange und wasche sorgsam meine Haare. Dann wische ich meine sämtlichen Besitztümer mit glatter Oberfläche systematisch ab und deponiere sie auf der anderen Seite der Küche. Alle Kosmetikprodukte, alle Behältnisse, Säckchen, Tuben, Fläschchen, Döschen… verdammt noch mal, wieso habe ich eigentlich sooo viel Zeugs mit??!! Bei dieser feuchten Hitze haben Schminke & Hairstyle sowieso keinen Sinn, das sollte ich doch schon wissen! Jeglicher Verschönerungsversuch rinnt in kürzester Zeit davon, mit dem Haupthaar ist außer möglichst strengem Zusammenknödeln (oder vielleicht kunstvoll geflochtenem Afro-Hair-Styling) nichts anzufangen, es sei denn, man möchte aussehen wie Madame Mim, oder gerade frisch vom Blitz getroffen.

Das nimmt einige Zeit in Anspruch. Für eine Stadtführung habe ich jetzt ohnehin keinen Nerv. Ich gebe mich der Reinigung meiner Mitbringsel hin. Am Balkon wird gesprayt, sämtliche Stofftäschchen, meine Kopfhörer, alle Sachen mit rauher Oberfläche. Ich klaube ein oder zwei Bettwanzen von irgendwo herunter. Sind sie also tatsächlich mitgekommen…!!

Ich bin mega genervt. Diese Prozedur ist mühsam und zeitraubend, außerdem traue ich mich fast nicht mehr zu atmen, ich will das Gift ja nicht in meinen Lungen haben, auch wenn dieses hochgiftige Spray heimtückisch mit frischem Zitronenduft daherkommt. Irgendwann reicht es mir und ich beschließe, einige vergiftete Teile mit noch unbehandelten “lasagneartig” in meinem Koffer aufzuschichten und gut verschlossen, in guter Hoffnung sich selbst zu überlassen. Ruhet in Frieden. Und laßt mich bitte auch in Frieden, ihr Sauviecher!!!

Ich packe meine neue, gleich nach dem Frühstück gekaufte Korbtasche (zur Sicherheit auch mit Insektengift besprüht) mit dekontaminiertem Inhalt und mache mich auf den Weg zu meinem Quartier (in Quarantäne) für die heutige Nacht: 1001. Ein richtiges Prinzessinnenzimmer, wohl das edelste, das ich je bewohnen durfte. Im Hotel Emerson on Hurumzi. 1001. So viel in etwa kostet es auch. Naja… fast.

Wieder sind zahlreiche Stufen zu erklimmen, um in das prunkvolle Gemach zu gelangen. Schwindelfreiheit wäre zumindest kein Nachteil, die Stufen sind steil und eng. Sowas wäre bei uns daheim sicher nicht genehmigt vom Bauamt. Aber ich befinde mich auf Zanzibar. Da ist sowieso alles anders.

Lustvoll und vor allem sehr erleichtert werfe ich mich auf das inmitten des Zimmers stehende, große gold-rote Bett mit den vielen bestickten Polstern und genieße den Anblick. Ein großer, silberner Ventilator kreist ober mir, vor mir ein silbernes, orientalisches Teetischchen mit frischer Blumendekoration, hinter mir eine Badewanne mit allerlei handgeschöpften Seifen, frische Handtücher und noch mehr Blumen. Das Zimmer ist im obersten Teil des Gebäudes und relativ schmal, links und rechts stehen die Fensterreihen weit offen, man kann über die Stadt blicken, über die Dächer bis zum Meer. Alles natürlich sorgsam mit Fliegengittern und Moskitonetz versehen. Und Air Condition. So ist hier Luxus.

Ich habe Glück. Meine eigentlich für den Vormittag gebuchte (und von mir kurzfristig abgesagte) Stadführung kann jetzt stattfinden, der Guide ist flexibel bzw. er schickt einen Kollegen. Ist mir egal, ich hab ja jetzt Zeit.

Die proteindurchsetzte Gewand-lasagne reift in der Zwischenzeit bei wohlig warmen Temperaturen auf einem Balkon ein paar Straßen weiter entfernt und ich erhoffe mir inständigst, dass alle illegal mitgereisten Insekten nun auch bald in den siebenten Himmel gelangen mögen…

Wenig später treffe ich meinen gut gelaunten Guide in der Hotel-Lobby. Eine ganz private Stadtführung, auch das ist ein wenig Luxus am heutigen Tag. Stone Town ist berühmt für seine aus massivem Korrallengestein gebauten Häuser und die zahlreichen Paläste, vor allem aber für die vielen prunkvoll geschnitzten Holztüren und Balkone. Darum bin ich hier. Stone Town ist UNESCO Kulturerbe und Geburtsstadt von Freddie Mercury. Aber der kann gar nichts dafür. Initiator meiner Reise hierher war der Musiker Billy Joel, der mir seit Jahren mit dem Lied “Zanzibar” in den Ohren liegt: ” I got the old mans car, I got a Jazz guitar, I got a tab at Zanzibar.. Tonight that’s where I’ll be.” Und dann kommt das Trompetensolo. Legendär. Ich habe das immer schon geliebt. Vielleicht meine erste Begegnung mit Jazzmusik. Zumindest ein Grund meiner Präferenz für Trompeten und Flügelhörner und einem gewissen Hang zur “Saxophobie”.

Ich posiere in meinem seltsamen Outfit vor einer prunkvollen, riesigen Holztüre. Mein Guide, Yussuf macht Photos von mir mit meinem Handy. Ich trage einen riesigen Sonnenhut, weite Hosen und eine Bluse, darüber habe ich noch ein dünnes Strandkleid geworfen, damit meine Schultern bedeckt sind. So gehört sich das hier in der muslimischen Metropole von Zanzibar. Ich bin da sehr kompromissbereit, ich möche wirklich niemanden mit dem Anblick von bloßer Haut verstören, außerdem sind die dünnen Stoffschichten brauchbarer Mücken-, Fliegen- und Sonnenschutz.

Vorbei am Stone Town Coffee-House, dem zweiten Emerson Hotel, vielen weiteren prunkvollen Holztüren und ein paar Moscheen, gelangen wir durch zahlreich gewundene Gassen zum Markt. Dorthin hätte ich mich wahrscheinlioch alleine nicht hingetraut, sofern ich ihn überhaupt jemals gefunden hätte.

Ob ich ein Problem mit Fleisch bzw. dem Geruch von Fleich hätte? Naja, eigentlich nicht, sag ich, und ja, klar, ich will den Geflügel Markt sehen! Dann aber doch nur kurz. Rechts befinden sich die noch lebenden Tiere, in engen Käfigen, in dem anderen Raum linkerhand sind frisch geschlachtete und gerupfte Hühner aufgetürmt, es stinkt bestialisch. Ich beschließe, nie wieder Hühnchen zu essen, zumindest nicht in nächster Zeit

Der Rindfleisch Markt ist weniger spektakulär, zum einen olfaktorisch, zum Anderen durch die Abwesenheit ganzer, noch lebender Exemplare. Auch die Abwesenheit jeglicher Kühlmöglichkeit fällt auf. Ebenso am Fischmarkt. Der ist äußerst skuril, finde ich. Was da alles aus dem Meer geholt und zum Verzehr frei gegeben wird ist sehr interessant. Ich könnte stundenlang Fotos machen, doch auch hier will ich nicht aufdringlich sein und der Geruch ist auch eher einer, den man jetzt nicht unbedingt so lange bräuchte.

Wir stapfen durch aufgetürmte Mango, Papaya und Avocadoberge, riesige und lecker aussehende Früchte – ich möchte gerne eine kaufen, doch der Preis ist so unverschämt hoch, dass ich es sein lasse. Ein paar Cashew Nüsse kaufe ich dann doch. Als Snack für unterwegs. Und Wasser. Am Eingang zum ehemaligen Sklavenmarkt. Jetzt wird es heftig. Zeitgeschichte in Bildern. Zanzibar war einst der größte und wichtigste Umschlagplatz für die Ware Mensch.

Ich sitze auf der Dachterrasse eines sehr edlen Lokals in Stone Town, Zanzibar, Tansania, Afrika. Wieder einmal bin ich der einzige Gast. Um in den Genuß dieses herrlichen Ausblicks über die Dächer der Stadt, das Meer und die untergehende Sonne zu erhaschen, bin ich zahlreiche Stufen hinaufgestiegen. Das hat mich viel Zeit gekostet. Weniger wegen der Zahl der Stufen, sondern wegen der Zahl der Fotos, die ich immer wieder zwischendurch machen mußte. Das ist ein alter Palast, sorgsam mit Liebe und Geschmack renoviert, ein Gebäude aus 1001 Nacht: das Jafari House, Hotel und Spa, mit Restaurant auf dem Dach. Ich nenne es  das “Plötzlich Prinzessin-Lokal”. Alles ist in safrangelb, mahagonibraun karmesinrot und gold gehalten, überall gibt es schöne Sessel, Vasen, Statuen, Pflanzen und feinste Holzschnitzereien. Mein Herz hüpft. Meine Haut pickt.

Ich bin gut imprägniert, um 18:00 halte ich nun täglich mein Ganzköpereinsprühritual ab. No Bite mit Deet, es stinkt und klebt und ich hoffe inständig, dass es auch wirklich die bösen Mücken abhält, vor allem die gefährlichen mit der Malaria. Zanzibar ist zwar angeblich seit 2008 malariafrei, aber man weiß ja nie… das Tropeninstitut hat mir das Sprühen empfohlen und die Mitnahme eines Standby Malaria Medikaments. “No na!”, sonst würden sie ja auch nix an mir verdienen. Ich bin jedenfalls gewappnet. Leider hilft diese Mittel nicht gegen Bettwanzen, aber das ist eine andere Geschichte, auch wenn sie hier alsbald ihre Fortsetzung findet.

Ein junger Mann fragt mich in ganz passablem Englisch, was ich denn trinken möchte. Ich frage mich das auch. Am Liebsten einen kühlen Prosecco oder Aperol Sprizz mit ganz vielen Eiswürfeln. Zum Sonnenuntergang. Aber das mit den Eiswürfeln ist nicht so empfehelnswert hier, habe ich gelesen. Wegen dem “flotten Otto” (so hat es eine deutsche Urlauberin genannt, die ich später kennen lernen sollte), dem Durchfall, der oft bei Europäern auftritt, die das afrikanische Wasser, wenngleich auch schon mal durchgefroren, nicht vertragen.

Ich bestelle ein Soda und ein Glas Weißwein. Und einen Snack, Samosas, gefüllte Teigtaschen, die ich schon aus La Reunion kenne. Ich beginne, Notizen in mein Tagebuch zu machen. Der junge Mann will plaudern. Ich bin ja der einzige Gast hier. Fad sonst. Also plaudern wir. Als er mir dann die Samosas bringt, will ich einfach nur mal kauen und nicht mit vollem Mund reden. Ich erbitte mir eine Essenspause. Leicht eingschnappt zieht er von dannen.

Der Weißwein ist schon bald ziemlich uncool. Ich überlege mir, eine Flasche zu bestellen, die könnte man ja mit Eiswürfeln im Kübel kühlen, und den Rest nehm ich mit nach Hause, wenn das geht?! Ich verhandle mit dem Kellner, der dieses Vorhaben (nach vorherigem Nachfragen) für machbar befindet. Er bringt mir die Flasche Wein. Eiswürfel muß er erst noch einkaufen gehen. Echt jetzt…

Ich schreibe in mein Tagebuch. Erst kurz zuvor hatte ich meine Airbnb Vermieterin davon informiert, dass in dem Hotelzimmer, aus dem ich gerade komme, Bettwanzen waren. Zur Sicherheit. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Obwohl, das ist stark untertrieben. Sie erklärte diesen Umstand zum Größt-Anzunehmenden-Unfall, zum Super GAU für jeden Vermieter und machte sich sofort daran, mir einen Kammerjäger vorbeizuschicken. Das wiederum stieß auf wenig Begeisterung meinerseits. In einem frisch vergifteten Zimmer schlafen, das geht doch einfach gar nicht.

Also sitze ich hier oben und grüble. Der Kellner kommt tatsächlich mit einem Kübel voll Eis. Ich bin begeistert. Dann erzählt er mir, er sei “born and raised on Tomato Island”. Zu erwähnen ist, das er ein Bürscherl von etwa 22 Jahren ist und ich in den Fünfzigern angelangt. Ob ich denn nicht Lust hätte, mit ihm morgen nach “Tomato Island” zu reisen..? Haha, wie in 1001 Nacht, ein Märchenerzähler steht vor mir. Ich habe noch nie was von einem “Tomato Island” gehört (als ich das interessehalber zu Hause google, finde ich nur eines in Australien). Dankend lehne ich ab. Er zieht wieder von dannen, diesmal vielleicht noch ein wenig mehr eingeschnappt.

Ich beschließe, mit meiner Flasche Wein nach Hause zu gehen und dort weiter zu grübeln. Dort habe ich auch internet. Das könnte behilflich sein. An der Hotelrezeption werde ich aufgehalten. Ich hätte nicht bezahlt, behauptet man. Was… jetzt? Klar habe ich, sogar 50.000.- TSH. Die Rezeptionistin telefoniert mit dem Tomato Boy, der die Rechnung hinunter bringt. Da steht 56.000.- THS. Gut, dann sollen sie mal leserlich schreiben. Ich bezahle den Rest, Tomato Boy ist beleidigt und schaut mich gar nicht mehr an.

Zu Hause angelangt, geselle ich mich zu meinen Sachen auf dem Balkon. Ich habe auf Anweisung meiner Vermieterin alle bereits ausgepackten Kleidungsstücke wieder eingesammelt, in den Koffer gesteckt und auf dem Balkon deponiert. Ich soll morgen unbedingt gleich Insekten-Spray kaufen und alles einsprühen. Wir chatten online. Leider ist der Kammerjäger nicht auffindbar (hat er sich vielleicht selbst vergiftet? 😉 Das ist eben Zanzibar. Aber sie kann mir die Putzfrau schicken und wir waschen alle meine Sachen… Ich hatte eigentlich andere Pläne für den nächsten Tag. Nämlich eine Stadtführung. Die habe ich sogar schon gebucht. Ich hole mein Päckchen Zigaretten aus dem Rucksack. Das habe ich mir extra für die Reise gekauft, sonst rauche ich nicht oder nur sehr selten. Jetzt verlangen meine Nerven nach Nikotin. Der Rauch soll außerdem helfen, (gefährliche?) Moskitos zu vertreiben.

Nach der ersten (oder zweiten?) Zigarette und einer halben Flasche Wein fasse ich den Beschluß, hier auszuziehen. Schließlich will ich das Getier definitiv los sein und endlich mal wieder biß- und juckfrei leben. Ich buche ein Zimmer im teuersten Hotel der Stadt, in der Annahme, dass es dort mit Sicherheit tierfrei sei. Ich habe außerdem für den kommenden Abend dort ein Rooftop Dinner für mich gebucht, im “Emerson on Hurumzi” ein Highlight in Stone Town, das man/frau nicht versäumen sollte, laut einer Empfehlung einer weitgereisten Kollegin auf facebook. Was mich das jetzt kostet ist mir in diesem Augenblick (fast) egal. Man/frau muß Prioritäten setzen.

Ich schlafe wieder in voller Montur, gänzlich bekleidet, mit Jeans, Socken und Sweater, nur diesmal leider ohne Vorhandensein einer Klimaanlage. Es hat in etwa 30 Grad. Vielleicht auch mehr. Das Mückenschutzmittel verklebt sich mit dem Schweiß auf meiner Haut. Das Moskitonetz scheint dicht zu sein, läßt aber irgendwie kaum Frischluft durch. Das Schlaferlebnis ist mäßig erholsam. Sehnsuchtsvoll erwarte ich den Sonnenaufgang und den Beginn des nächsten Tages.

 

 

 

 

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