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Renate Reich

Vocalist I Vocal Coach

“Outstanding feel, interesting arrangement, great vocal sound, and the music is enjoyable and creative.”  | Kari On Press, US

Musik kaufen

So Full Of Life
CD & DVD, ATS records 2018

Home
palmenreich productions, 2016

Devil May Care
CD Jive Music, 2012

Wheels Of Time
palmenreich productions, 2000

Tour Dates

20:00 Uhr

Renate Reich – vocals, Milos Todorovski – accordeon, Mike Scharf – guitar

New textures and structures –  jazzswinglatingroovemelodies and some true stories.

Die Jazzvokalistin und ihren beiden Musikerkollegen nehmen das Publikum mit auf eine klanglich spannende Reise. Mit aufregend schöner Musik und Texten, die sie aus der ganzen Welt zusammengetragen hat, spannt Renate Reich an diesem Abend einen weiten Bogen von Jazz über Pop bis hin zu ihrer frühesten Liebe: dem französischen Chanson. Und sie gibt Einblicke in ihr Leben als Künstlerin auf Reisen: ihre manchmal skurrilen Erlebnisse hat sie in spannende, witzige Geschichten verpackt, aus denen sie ein paar Ausschnitte präsentiert.

Reservierung

20:30

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Johannes Thoma – piano, Navid Djawadi – bass

20.00
“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarren und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden.”
Renate Reich – vocals
Thomas Palme – guitar
Farid Al-Shami – cajon

Special guests:
Milos Todorovski – accordeon
Volker Wadauer – bass
Kayetana Wolf – vocals

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit einer packenden Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme, reich an Nuancen, Gefühl und Ausdruck. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. Singer Songwriter meets Jazz and Blues. Fine Acoustic Music gets to its best!

https://www.youtube.com/watch?v=mslTPeGwB0c

Renate Reich zeigt sich stimmlich facettenreich von samtig bis rockig, Thomas Palme an der Gitarre überzeugt als geschmackvoller Begleiter und virtuoser Solist und Farid Al-Shami beweist eindrucksvoll, dass eine Cajon mehr ist als eine Holzkiste, zu der man Flamenco tanzen kann.

20:00

Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Hannes Laszakovits – bass

Konzert & Vernissage

JazzStandards Swing & Latin, soulful and bluesy music.

Die vielseitige Künstlerin präsentiert in der Galerie ihre neuesten Werke.

Jazz Jam Session

Opener Set: Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Markus Gaudriot – piano

Silvestergala

Renate Reich – vocals, Thomas Kramer – guitar, Nikola Stanosevic – piano, Stefan Pista Bartus,- bass, Harald Tanschek – drums

20:00

Renate Reich – vocals
Johannes Thoma – piano
Karl Sayer – bass
Michael Seyfried – drums

Enchanting Live Jazz – Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben.

Über Ihr aktuelles Album “So Full Of Life” (ATS records) schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen”.

Die in Europa und USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Kurz gesagt… Ihre Stimme hat eine Seele.” Jörg Konrad, Jazzpodium, D – review 2017

Bands

GROOVE CIRCLE

An acoustic music explosion

Renate Reich  vocals, Thomas Palme guitar,
Farid Al-Shami  cajon

RENATE REICH FIVETETT

Songs, that enchant in wondrous ways

Renate Reich vocals, Thomas Palme guitar, Martin Wöss piano, Stefan Pista Bartus bass, Harald Tanschek drums

“Ein guter Song kommt mit ganz wenig aus. Mit Gitarre und Stimmen beispielsweise. Der Rest ist frei erfunden”.

Singer-Songwriter trifft auf Rock, Pop, Blues & Soul.
Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, heiße Stimmen, eine groovige Holzkiste und eine virtuose Gitarre. Kaum zu glauben dass hier nur ein Trio am Werken ist. Ihre Songs gehen ins Ohr und dürfen dort bleiben. 

“So Full of Life – Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung.

Sie versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen. Die in Europa und den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.” | Michael Ternai, Mica

Press

“Ihre leicht angeraute sexy Stimme swingt höllisch gut.” | woolf, concerto, AT

“Brilliant performance, pure world-class entertainment. Definitely the best Jazz I’ve seen and heard in many years – A top act to follow! Her new CD Devil May Care is an absolute must-have.” | Michael L. Reiseneder, Paramount Pictures, US

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Videos

Media

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

Renate Reich Fivetett
Renate Reich – vocals, Thomas Palme – guitar, Martin Wöss – piano, Stefan Pista Bartus – bass, Harald Tanschek – drums

Songs, die auf wunderbare Art zu verführen vermögen

Renate Reich, das ist Lebenslust pur, gepaart mit packender Bühnenpräsenz, und einer gekonnt geführten Stimme. Getragen von einer hochkarätigen Band, die ihr Können stets songdienlich präsentiert, scheint sie von einer Melodie zur anderen zu schweben. Über Ihr aktuelles Album So Full Of Life” schwärmt der Muskjournalist Michael Ternai: “Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. Sie weiß ihre ausdrucksstarke Stimme eindrucksvoll einzusetzen und versteht es, die Musik mit Gefühl aufzuladen und ihr etwas zutiefst Zauberhaftes zu verleihen.” Die in den USA ausgebildete Sängerin und Komponistin bewegt sich stilsicher zwischen Singer-Songwriter Tradition, Jazz und Popmusik.

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangsverinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt,aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele.”  Jazzpodium, D

“Ein verführerisch warmer Klang, der einfängt. Reichs drittes Album mit ausschließlich eigenen Kompositionen ist ganz bewusst im Spannungsfeld zwischen Pop, World und Jazz eingebettet und lädt zum Eintauchen in eine wundersame Klangwelt ein.” | Jazzahead Arttourist, DE

“Sie hat hörbar die Geschichte des weiblichen Jazzgesangs verinnerlicht und wirkt in den Interpretationen erfahren, abgeklärt, aber auch interessant gestaltend. Kurz, ihre Stimme hat eine Seele …“ | Jörg Konrad, Jazzpodium, D

“Ein wirklich schönes Stück stilvoller musikalischer Unterhaltung. “So Full Of Life“ ist ein Album geworden, das mit seinen schönen Klängen, zu fesseln vermag. Die Nummern des Renate Reich Fivetetts zünden von der ersten Sekunde an und fordern einfach zum Genießen auf. Ein Stück Musik, an dem mit Sicherheit nicht nur ausgewiesene Jazzliebhaber ihre Freude haben dürften.” | Michael Ternai – Mica, AT

Biography

Privat
Renate Reich, geboren in Kabul, Afghanistan, lebt und arbeitet in Wien. Sie ist mit ihrem langjährigen musikalischen Wegbegleiter, dem Gitarristen Thomas Palme verheiratet und hat eine Tochter. Sie hat in den USA und in EU Klassischen Gesang, Jazzgesang, IGP-Gesangspädagogik und die Speech Level Singing (SLS) Methode studiert und ist als Sängerin auf der Bühne ( >>>link zu Bandprojekte), im Studio und als professional Vocal Coach in ihrem Studio “Der Stimmraum” tätig. www.derstimmraum.at

Neben der Musik, der ihre Hauptliebe gilt, liebt Renate es, allein in der Weltgeschichte herum zu reisen und auf ihrem Reiseblog unterhaltsame Geschichten zu veröffentlichen. <<www.renatereich.at/reiseblog/

Wenn sie zu Hause ist, greift sie in letzter Zeit immer öfter zu Farbe und Pinsel und malt “Häuserwelten”. Sie hat Kunstkurse besucht und ihre Werke waren bereits in mehreren Ausstellungen zu sehen, unser anderem in den Wiener Ringstrassen-Galerien. <<www.renatereich.at/artwork/

Bio

Bühne
Renate Reich stand mit zahlreichen Größen der Musikszene auf der Bühne (Christian Kolonovits’ VSOP, den Jazzlegenden Richard Österreicher und Hans Salomon, Main Street, Willy Astor, Gunkl,… ), tourte mit verschiedenen Formationen durch Europa und gab Gastspiele in den USA. Sie war jahrelang federführendes Mitglied der a cappella Gruppe “Die Echten” und ist als Jazz- und Pop-Sängerin von “Rich & Famous” bei vielen Events wie z.B. bei der Silvestergala im Hotel Imperial, Wien zu hören.

Auftritte führten sie mehrmals ins Wiener Porgy & Bess, ins ORF Radio Kulturhaus, nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien, Südafrika und La Reunion. Sie sang in Los Angeles, San Diego und in New York, wo sie im Oktober 2019 mit dem Bassisten George Farmer Aufnahmen für ihr neues Album (“She’s All About The Bass”) machte.

Studio
Renate Reich hat als Sängerin an mehreren Alben mitgewirkt und bisher fünf Soloalben veröffentlicht. Mit dem Gitarristen Thomas Palme produzierte sie als “Palmina Waters” 2000 ihr erstes Album mit eigenen Kompositionen, darauf folgten drei weitere, die im Bereich Jazz und Singer-Songwriter angesiedelt sind. Sie wurden mit dem “Renate Reich Fivetett” eingespielt, mit dem sie auch auf internationalen Jazzbühnen konzertiert.

2000 “Wheels Of Time”  Palmina Waters (palmenreich productions)
2008 “Luftschifferlhupfer” Renate Reich &  Thomas Kramer (palmenreich productions)
2012 “Devil May Care” Renate Reich Fivetett (Jive Music)
2016 “Home” Renate Reich Fivetett (palmenreich productions)
2018 “So Full Of Life” Renate Reich Fivetett (ATS records- CD & DVD)

Vocal Coaching

Vocal Coaching und Gesangsunterricht

In meinem Unterricht verknüpfe ich technische Aspekte des Singens mit musikalischen. Ich versuche, Dich dort abzuholen, wo du gerade stehst und Dich bei Deiner persönlichen Entwicklung ein Stück lang zu begleiten und Dir zu helfen, dein Stimmpotenzial optimal zu nutzen. Ich arbeite sowohl mit Profis als auch mit Hobbysängern oder Anfängern. Ich bin erfahrene Sängerin im Bereich Jazz, Pop, Rock, Blues, Soul, Chanson und gebe meine Erfahrungen gerne weiter. Neu: Online Stunden << link zu Booking [/av_textblock] [/av_one_third][av_one_third min_height='' vertical_alignment='' space='' custom_margin='' margin='0px' row_boxshadow='' row_boxshadow_color='' row_boxshadow_width='10' link='' linktarget='' link_hover='' title_attr='' alt_attr='' padding='0px' highlight='' highlight_size='' border='' border_color='' radius='0px' column_boxshadow='' column_boxshadow_color='' column_boxshadow_width='10' background='bg_color' background_color='' background_gradient_color1='' background_gradient_color2='' background_gradient_direction='vertical' src='' background_position='top left' background_repeat='no-repeat' animation='' mobile_breaking='' mobile_display='' av_uid='av-euq96-5'] [av_textblock size='18' av-medium-font-size='' av-small-font-size='' av-mini-font-size='' font_color='custom' color='#0a0a0a' id='' custom_class='' av_uid='av-k117ma5g-4' admin_preview_bg='']

Speech Level Singing (SLS) und
Mix-Technik (IVTOM)

In den USA von Seth Rigg entwickelt, ist SLS eine funktionale Methode der Stimmbildung, die nach der italienischen Belcanto Gesangstechnik in Verbindung mit Erkenntnissen der Stimmtherapie und Medizin entwickelt wurde. Sie hilft auch denen, die durch schlechten Unterricht oder falsche Praxis Stimmprobleme oder einen Stimmschaden erlitten haben. Mix-Technik ist eine Weiterentwicklung dieser Methode. Weitere Informationen über meine Gesangstechnik und einen Event-Rückblick gibt es auf derstimmraum.at

Ausbildung und
Werdegang

Ich habe die SLS und die Mix Methode in den USA und in Europa studiert und bin Österreichs erfahrenste und am höchsten zertifizierte SLS-Lehrerin und acreddited member of IVTOM. In Wien habe ich die Studien Jazzgesang und Instrumental-Gesangs-Pädagogik (IGP) mit Auszeichnung abgeschlossen und habe mich an zahlreichen Institutionen weitergebildet (Berklee College Of Music, Hochschule für Musik, Graz, Schule des Sprechens, ATT Atem-Tonus-Ton, Schauspiel und Pantomime).

Bookings

Live Musik

Unterrichtsstunde

Buche eine Stunde in meinem Vocal Studio “Der Stimmraum”. Derzeit ist Unterricht nur online – auf Skype oder Zoom möglich.

Schicke mir eine kurze Beschreibung, woran du arbeiten möchtest und was Dich besonders interessiert (z.B. Stimmtechnische Aspekte und Probleme, Repertoire aufbauen, bestimmte Musikstile bzw. Songs erlernen, Chorgesang, Komposition & Songwriting …). Im Online Unterricht arbeiten wir mit Playbacks, und (Noten)material das ich vorab verschicke.

Preise: 1 EH (50 Minuten) – Eur 70.- /Studenten 50.- I 1/2 EH 25 Minuten Eur 40.- /Studenten 30.-Stunden müssen vorab per Banküberweisung oder PayPal bezahlt sein. Eine Buchungsbestätigung bekommst du nach Zahlungseingang per e-mail
Storno: bis 48 Stunden vor dem vereinbarten Termin kostenfrei möglich.

2 + 3 = ?

Concert bookings

Management Red Carpet Stage Service
Martin Grünbeck
+ 43 676 94 27 769  Mail

Record Labels
ATS Records Reinhard Brunner Mail I www.ats-records.de
Jive Music Austria Rens Newland Mail I  www.jivemusic.at
palmenreich productions Thomas Palme  Mail I www.palmenreich.at

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Blog

Reise nach Halifax

Diese Reise hätte beinahe nicht stattgefunden. Um ein Haar hätte ich nämlich den Flughafen gar nicht erreicht. Um 4:30 ist es in Wien noch stockdunkel und ich sitze verschlafen in einem Taxi. Kurz vor dem Ziel nähert sich mein Fahrzeug verdächtig schnell dem Pannenstreifen und in weiterer Folge der Leitplanke. Geistesgegenwärtig rufe ich laut: „Hallloooooo!!! Schlafen Sie?“ Der Fahrer lenkt abrupt wieder in Richtung Mitte – „Äääh, nein, alles gut! Ich schlafe nicht.“ Ja, jetzt nimmer. Oida! Ich bin auch nicht ausgeschlafen, aber ich lenke kein Fahrzeug. Ich gebe mein Gepäck auf, lasse den security check über mich ergehen und erhole mich bei einem Kaffee und Croissant von meinem morgendlichen Schock. Wenigstens bin ich jetzt putzmunter.

Ich bin auf dem Weg zur Prince Edward Insel (PEI), ganz oben rechts auf der Kanadischen Landkarte. Es ist kurz nach Weihnachten und außer mir fährt wohl niemand mitten im Winter dort hin. Ist ja auch nicht gerade um’s Eck: ich brauche drei Flüge, eine fünfstündige Bus- und eine dreiviertel-stündige Autofahrt (die 30 Minuten Taxi zum Flughafen in Wien lasse ich mal außen vor). Ich werde dort eine Freundin besuchen. Ob das eine gute Idee ist – jetzt? Man wird sehen.

Der erste Flug nach Frankfurt ist keine große Sache, den riesigen Flughafen zu durchqueren und den Anschlußflug zu finden allerdings schon. Es ist zeitlich relativ eng (ich habe keine langen Lay-Over gebucht, weil das nervt), aber als ich an einer Wechselstube vorbeikomme, möchte ich mir unbedingt ein paar Kanada Dollars holen, denn in Wien waren kurzfristig keine aufzutreiben.
Just in case, falls das blöde Plastikgeld nicht funktioniert (das hatte ich ja schon mal in Schweden). „Ich möchte bitte 50.- Euro in CanD tauschen“. Die Dame am Schalter war gewieft: „Das ist eine schlechte Idee, jedesmal, wenn Sie wieder einwechseln, kostet das Gebühr, also tauschen Sie besser jetzt gleich mehr um!“ „Na gut, dann bitte 100.- Euro“; Replik: „Ja, ich muß auf eine vernünftige Summe in CanD kommen, wie lange bleiben Sie dort? Aha… tipp tipp.. rechnet, rechnet… okay, perfekt, ich habe Can D 150.- für Sie!“ Mein Hirn befindet sich im totalen Streßmodus, weil ich muß ja den Flug nach Montreal erreichen. Fazit: ich mache den schlechtesten Deal meines Lebens und bekomme für 140.- Euro ganze 150.- CanD. Verlust: min Eur 40.- Wenn man/frau sich in den Hintern beißen könnte – hier wäre es angebracht. Aber das checke ich erst viel später.

Pünktliche Landung in Montreal (auf französisch ohne „T“, sehr sexy!) nach einem angenehm ruhigen Flug und ich mache meinen ersten Spaziergang in der „Neuen Welt“. Der Flughafen ist hübsch und modern, ich komme an einem Lokal mit Kaminfeuer vorbei, sehr gemütlich! So stelle ich mir Kanada vor: Fireplaces und Holzfällerhemden (gibt es hier auch zu kaufen), Tonic Water und Gin on Ice. Ein paar Bären vielleicht… in der Ferne. Wie gerne würde ich mir die Stadt anschauen, doch ich muß gleich weiter. Noch ein Flug nach Halifax. Dort werde ich mich mal ausruhen und zwei Nächte bleiben, bevor ich weiter auf die Insel fahre. Beim Gate lasse ich mich erschöpft auf einer gemütlichen Couch nieder, die zu einem Lokal gehört. Füße hoch, herrlich – aber ich traue mich nichts zu bestellen, denn das Boarding beginnt in Kürze. Die Kellnerin gibt mir aber bald zu verstehen, dass das so nicht geht. Wenn der Chef kommt… und ich sitze da und habe nix zu trinken?! Sie bietet mir gratis ein Glas Eiswasser an der Bar an. Das ist nett. „Happy New Year!!“ Wie bitte ?! Es ist der 27. Dezember. Bei uns gibt es diesen freundlichen Wunsch erst nach Silvester.

In Halifax holt mich ein vorbestelltes Taxi ab und bringt mich zu meiner kleinen Frühstückspension. Es ist ein recht langer Weg, etwa 40 Minuten. Es ist immer noch hell. Ich bin schon stundenlang unterwegs und schon etwas müde, doch aufgeregt. Die Landschaft ist wunderschön, viele kleine Seen, Flüsse, Wälder, Felsen. Ich sauge alles in mir auf und als wir die Stadt erreichen, bin ich begeistert von der Architektur, die vielen einzelnen bunten Häuser mit ihren Veranden und verschnörkelten Holzverzierungen. Keine Weihnachtslichterorgien… oder? Doch. Viel mal mehr und manchmal weniger. Aber hübsch. Meine Pension ist schnuckelig, ein Gebäude im viktorianischen Stil mit steiler Stiege (gut dass ich einen schweren Koffer habe… grrr…). Das Interieur bietet viel für’s Auge, einen riesigen Weihnachtsbaum im Frühstückraum und viel Deko – irgendwo zwischen Kult und Kitsch schwankend. Die Betreiber sind Inder (oder so ähnlich?). Es gibt viele Farbige hier, fällt mir gleich mal auf. Und die Autos schauen komisch aus. Ich brauche ein klein bißchen, bis ich draufkomme, was es ist: sie haben alle vorne keine Nummerntafel. Und die Ampeln haben teilweise vier Lichter!! Da bin ich aber mal gespannt, was neben rot, gelb und grün wohl kommt…? Aha, ein Blinklicht (grüner Blinkkpfeil – schade, blau hätte sich angeboten).

Ich mache mich auf den Weg, um ein Lokal zu suchen, denn ich bin sehr hungrig. Um 17:30 dämmert es bereits. Die beste Zeit um essen zu gehen, denn meisten Lokale schließen nämlich um 19:00, wie ich kurz darauf erfahre. ? Andere Länder, andere Sitten. Naja, Glück gehabt. Ich bestelle Linguine mit Meeresfrüchten – gute Wahl! Ich bekomme die besten Jakobsmuscheln meines Lebens (scallops, mhhhh!!!) telefoniere mit meinem Mann zu Hause und bin sehr glücklich. Angekommen.

Wir haben den Westen hinter uns gelassen und gönnen uns nun ein paar Tag in Dublin. Ein Ausflug auf die Halbinsel Howth wurde uns ans Herz gelegt, ein Naturparadies zum Küstenwandern, nur 30 Minuten von der Stadt entfernt, bequem mit Bahn oder Bus zu erreichen. So die Theorie. In der Praxis ist heute aber Bank Holiday, der 30. Oktober, ein Feiertag! (Welcher Mensch aus Österreich weiß DAS denn?) Das erweist sich jedenfalls als äußerst ungünstig. Wären wir die Einzigen mit dieser großartigen Idee, just an diesem Tag einen Cliff-Spaziergang zu machen, würde es überhaupt kein Problem geben. Und wären die Züge aufgrund von Gleis-Reparaturarbeiten nicht außer Betrieb, dann schon gar nicht. Doch von all dem haben wir (noch) keine Ahnung.

Meine Reise-App empfiehlt uns eine Busroute mit einmaligem Umsteigen. Teil 1 geht aalglatt und problemlos. Teil 2 gestaltet sich etwas schuppiger: Bus 2 erscheint einfach nicht zur angekündigten Zeit. Wir nehmen das mal so hin (what else?) und harren in freudiger Erwartung auf den nächsten seiner Art aus, der in 20 Minuten kommen soll. Auch das erweist sich als unerfülltes Wunschdenken. Einige Busse sind bereits vorbeigefahren ohne uns eines Blickes geschweige denn eines Anhaltens zu würdigen. Endlich hält einer an unserer Station an: HOWTH ist in riesigen Lettern an der Front zu lesen und ein innerliches Jubeln stellt sich ein. Jemand steigt in der Mitte aus, die vordere Bustüre (wo man normalerweise einsteigt) bleibt aber beharrlich geschlossen.

Ich laufe in voller Geistesgegenwart zur mittleren Türe und dringe in das Fahrzeuginnere ein. Ich finde gemütlich Platz in der lockeren Menschentraube, also bitte, Stoßzeit in Wien ist anders! Die Busfahrerin fährt aber einfach nicht ab. Inzwischen hat sie die vordere Türe geöffnet. Unbekümmert steigt mein Mann ein, doch sie protestiert lautstark: „Get off, immidiately!“ Und zu mir sehr barsch: „That is not the way to get on the bus!“ Dann ruft sie lautstark den draußen Wartenden zu: „Were they first??“ Es scheint allgemeine Zustimmung zu geben, jedenfalls gibt es keine Gegenstimmen. Nun wird es uns ein wenig peinlich. Oh!?! Wir haben uns scheinbar irgendwie daneben benommen…?
„Wir sind nicht von hier, wir wissen das nicht, und überhaupt bitte, wir warten da schon eine ganze Stunde lang…!!!“ protestieren wir. Sie kontert: „Da gibt es mehrere Leute, die schon lange warten, denn die Züge fahren heute den ganzen Tag nicht und dieser Bus ist schon voll.“ VOLL? Ich sehe ein Schild über ihr: Maximum Capacity 65. LOL. Was soll das denn? Da passen mindestens doppelt so viele Menschen rein. Da soll sie mal in Wien fahren mit dem Bus, oder in der U-Bahn in Tokio! Da gibt es sogar weiß behandschuhte „Menschenreinstopfer“. Lächerlich.

Irgendwie erregen wir aber doch ihr Mitleid und sie nimmt uns in die Fahrgemeinschaft auf. Sie verkauft uns sogar zwei Tickets. Wir kurven noch relativ lange und scheinbar nicht auf direktem Weg zu unserem Ziel. Bergauf, bergab, vorbei an zahlreichen Stationen mit winkenden Menschen, an denen sie eiskalt vorbeifährt. Damit bloß nicht wieder jemand den Bus entert, so wie wir vorhin. Nur wenn jemand aussteigen will, fährt sie ein wenig über die Station hinaus und entläßt den Fahrgast abseits der eigentlichen Haltestelle ins Freie. Manchmal dürfen auch Leute einsteigen. Aber nur soviele, wie gerade ausgestiegen sind. Sehr streng sind die hier. Die Iren. Völlig. Draußen hat es zu nieseln begonnen. Ein gewisses Gefühl der Dankbarkeit stellt sich ein. Jetzt hier im Warmen dabei sein zu dürfen und nicht im Regen stehen gelassen worden sein. Dürfen? Wir mußten uns das erkämpfen. Es fühlt sich eigenartig an. Ich komme mir vor, als würde ich auf dem Kontinent Europa stehend durch Afrika fahren oder so ähnlich. In einem Glaskobel, gut geschützt vor dem unangenehmen Draußen.

Endlich in Howth angekommen, vergewissern wir uns zunächst am Bahnhof, ob wirklich keine Züge fahren (leider nein) und spazieren entlang des Hafens an zahlreichen Fischrestaurants vorbei zu den Cliffs. Immer nur schön der Menge folgen… dann findet man den Weg. Die Leute faseln, quatschen, lärmen und fotographieren permanent und sind einfach nur nervig. Für unseren Mittagslunch klettern wir ein wenig nach oben, wo wir inmitten von Felsen und Heidekraut wenigstens ein bißchen vom Naturerlebnis erahnen können… Meer, Himmel, Klippen, Felsen, Möwen, Brandung,… bei schönem Wetter und ohne die vielen Menschen… Naja, man kann es sich nicht aussuchen. Wenigstens schüttet und stürmt es gerade nicht.

Wir absolvieren den mittellangen Rundwanderweg, wärmen uns in einem Pub zuerst mit Tee, dann mit einem Glas Bier ein wenig auf und machen uns auf den Heimweg. Es ist jetzt wirklich sehr kühl, grau und naß geworden. Nun: die Rückfahrt gestaltet sich noch um Einiges komplizierter. Allein der Versuch scheitert zunächst kläglich: wegen des miserablen Wetters wollen viele Menschen jetzt um 15:30 schon wieder zurück in die Stadt. Diesmal werden wir wiederholt stehen gelassen. Der erste Bus nimmt etwa fünf Personen mit, die anderen halten erst gar nicht an. Dass man sich auch an einer Bus-haltestelle brav anstellen muss, wissen wir jetzt. Winken, wenn man mitfahren möchte und unbedingt (und ausschließlich) ganz vorne einsteigen! Wieso jeder Bus schon so voll ist? Wir dachten das sei die Endstelle… Wohl nicht.

Mein Mann bekommt die Krise. Es regnet, es ist kalt, die Schule tun ihm weh. Oder die Füße. Wegen der Schuhe. Er ist grantig ohne Ende. Mich nervt es auch, aber ich bin ein wenig situationselastischer: vielleicht liegt es nur daran, dass mir die Schuhe passen und die Füße nicht weh tun. Wir versuchen, ein Taxi zu bekommen. Doch auch das stellt sich als undurchführbar heraus. Erst kommen einige vorbei, die aber leider alle besetzt sind, und dann… kommt gar keines mehr. Ich konsultiere geistesgegenwärtig meine UBER App: für diese Strecke berechnen sie Eur 120.- Was sagt man in so einer Situation als Wiener:in? OIDA!!

Ich schlage angesichts der prekären Lage vor, etwas essen zu gehen und es später noch mal mit dem Bus zu versuchen. Ich spekuliere mit dem Szenario: wenn es dunkel ist, sind alle sicher schon weg. Unsere Laune ist im tiefsten Keller, na Mahlzeit! Doch die Strategie geht auf: wir haben nun um teures Geld ein Essen und ein paar Drinks im Bauch. Ist doch eine bessere Investition als Taxifahren.

Unser erster Irland-Tag beginnt mit einem geführten Stadt-Spaziergang, wo wir Einiges über die Geschichte dieser Insel erfahren und staunen, wie viel wir nicht wussten –  z.B. über die ständigen Kolonialisierungsbemühungen der Briten, die leider ebenso erfolgreich (für die Engländer) wie blutig (hpts. für die Iren) waren. Mitte des 17 Jh. wurde der irische Adel enteignet und das Land unter Oliver Cromwells Gefolgschaft aufgeteilt. Es folgten endlose Bürgerkriege zwischen Katholiken und Protestanten – einer der Gründe für mehrere Massen-Auswanderungswellen, jahrelange Hungersnöte ein anderer: Mitte des 19 Jh. fiel die gesamte Kartoffelernte wegen eines Schädlings aus und die regierenden Briten rückten nichts von den guten Sachen raus, die sie auf ihrer eigenen Insel gehortet hatten.

Oder über die Irisch-Gälische Sprache. So wie der Katholizismus lange Zeit von den britischen Herren unterdrückt, wurde sie in jüngerer Vergangenheit erfolgreich wiederbelebt. Heute gibt es alle offiziellen Auf- und Inschriften sowie alle Durchsagen zuerst auf Gälisch, und dann erst in englischer Sprache. Die Schrift ist dekorativ und hält brav her für alles, was in Zusammenhang mit „Keltischer Kultur“ gebracht werden kann. Akustisch eignet sich diese seltsame Sprache hervorragend für Sätze, die man als Filmregisseur einem Klingonenvolk in den Mund legen würde. Das ist gar nicht böse gemeint. Es klingt für mich einfach völlig außerirdisch.

Und dann: „Oskar Wilde“. Diesen Namen haben wir alle schon mal gehört. Doch dass der äußerst sensible und feinsinnige Schriftsteller und Ästhet (DER Inbegriff eines Dandys) mehrere Jahre wegen „unsittlichen“ Verhaltens bei Zwangsarbeit in einem Gefängnis verbringen mußte (deren Folgen ihn letztendlich umbrachten) war mir neu. Homosexualität war also auch etwas, das in diesem Land lange Zeit unterdrückt und bestraft wurde. Durchaus ein weiterer Auswanderungsgrund für Manche. In unserer Herberge recherchieren wir anschließend im internet und vertiefen unser Wissen über diverse Irland-Themen. Dieser Stadt-Spaziergang hat viele Fragen aufgeworfen. Wir finden das gut und äußerst interessant.

Nachdem wir uns also ein bisschen „irisch eingegroovt“ haben (inklusive mehrerer Pub-Besuche natürlich) planen wir für den nächsten Tag einen Ausflug zu den „Cliffs of Moher“. Ein absolutes Must See! Empfehlung von Freunden und überhaupt allen. Eine Touristentour im Bus bietet sich an. „Ja, warum nicht?“, denken wir. „Um 50 € pro Person einen ganzen Tag lang herumgeführt werden und Interessantes sehen und erfahren“, denken wir, „in eine original irische Landschaft mit viel Grün (plus Schafe), Grau (Stein, Karst, Klippen, Ruinen) und Blau (Meer)! Und mit Mittagessen! Toll!“, denken wir. Großer Fehler.

Wir sind brav früh auf und stapfen zum vereinbarten Treffpunkt. Als wir hinkommen, ist der Bus bereits knallvoll. Erstaunlich, dass auch jetzt, Ende Oktober noch so viele Gäste da sind. Wir verstauen uns, ich halte mich an meinem Cappuccino fest und schon geht es los. Unser Busfahrer stellt sich als John B. vor und schafft es wirklich, die nächsten 45 Minuten durchgehend zu quasseln, ohne kaum einmal Luft zu holen. Ich kriege die Krise – geht das heute den ganzen Tag lang so? Bis 17:30 Uhr ist es noch weit hin… Es ist ja nicht uninteressant, was der Typ sagt, aber er wiederholt sich. Vieles könnte man auch weglassen. Meine Diagnose: notorischer Rededurchfall. Ich habe leider keine Kopfhörer mit. Großer Fehler No2.

Erster Halt: Foto Stop bei einem Castle. 50 Leute quellen aus dem Bus und strömen im Laufschritt zu dem Ding (oder was davon noch übrig ist). Das macht sogleich ein Fotografieren unmöglich, da alles voll ist mit farbenfroh gekleideten Leuten. Wer will die denn auf einem Bild mit nach Hause nehmen? Beim Aufstehen verschütte ich versehentlich den Rest meines Cappuccinos, der sich sogleich fröhlich in Richtung Vordersitz ausbreitet und erfolgreich einen am Boden stehenden Rucksack anpeilt. Da läßt sich nur mehr wenig tun. (Zum Glück ist es nicht meiner). Ich bin jedenfalls die Letzte, die dem Bus entsteigt. Das ist gut so. Ich warte, bis sich alle am Fotografieren und Umrunden des Turmes abgearbeitet haben und mache dann auch ein zwei nette Bilder. Als Erinnerung.

Bald schon geht es weiter. Der Knabe John B. plaudert wieder munter dahin, offensichtlich liebt er es, sich reden zu hören. Als definitiven Beweis seiner Existenz, wahrscheinlich. Im Sinne von: „Ich rede, also bin ich.“ Wir versuchen den Lautsprecher über unserem Sitz auszuschalten. Geht, aber hat kaum einen Effekt. Es dröhnt von rundum zu uns. Obwohl er auch wissenswerte Sachen erzählt, schalten meine Ohren ob der Dauer-Befaselung auf „Aus“. Hin und wieder schnappe ich einen Fetzen auf. Hauptsächlich versuche ich, wegzuhören und die Landschaft zu genießen. Ich muss mir unbedingt Kopfhörer besorgen. Oder nie wieder auf so einer Tour mitfahren.

Den zweiten Programmpunkt – eine Höhlenbesichtigung – lassen wir aus. Ich mag keine Höhlen. Zumindest mag ich nicht drinnen sein. Leider beschränkt sich das Alternativ- Programm auf einen 30 Minuten langen Spaziergang auf einem Parkplatz mit ein wenig Umgebung, leider nur sehr wenig. Immerhin scheint die Sonne. Das Höhlen-Cafe hat auch nicht viel zu bieten: Kaffee, Tee, Säfte, Wasser und lautstarke Abba-Hits. Ein Bierchen wäre uns lieber gewesen, das dämpft bekanntlich die Sinne. Hätten wir gut gebrauchen können. Wir spazieren durch den Souvenirshop und bestaunen Schafe in allen Variationen: als Kuscheltiere, Standfiguren, Polster, Rucksäcke, Taschen, Schlüsselanhänger, Socken, Flaschenöffner, Häferl, Postkarten u.v.m. und erwarten sehnsüchtig die Rückkehr der Höhlenmenschen.

Als wir schließlich bei den berühmten Cliffs ankommen, merken wir schnell, dass wir auch hier nicht ganz alleine sind 😉 Die Ladung unseres Busses ist im Vergleich zum allgemeinen Besucheraufkommen sogar relativ klein. Was soll’s. Wir wussten, dass dies kein Geheimtipp ist, also starten wir bestens motiviert los zu unserem Klippen-Spaziergang. Wenigstens redet da keiner auf uns ein. Nach links oder nach rechts gehen? Das muß man unbedingt schon vorher entscheiden! Die Vor- und-/oder Nachteile hat uns unser Bus-Chauffeur vorab schon ausführlich erläutert, leider waren meine Ohren aber ausgeschaltet. Wir gehen spontan nach links.

Es fühlt sich in etwa so an, wie ein Gang von der S-Bahn zur U3 in Wien Mitte, nur ist hier die Aussicht schöner, die Luft frischer, der Pfad wesentlich enger und ziemlich „gatschig“. Menschenmassenmäßig equal. Links und rechts sind Absperrungen aus Stein errichtet, damit auf der einen Seite die Menschen nicht ins Meer fallen und auf der anderen die Kühe nicht auf die Menschen losgehen können. Die Cliffs sind trotzdem sehenswert und ja, man kann das schon so sagen: sie sind atemberaubend. Allerdings wäre es wahrscheinlich besser gewesen, sich den steil aus dem Meer aufragenden Klippen auf einer Wanderung durch die Landschaft von unten zu nähern, aber das erfahren wir erst später. Als nach 1,5 Stunden brav wieder alle eingesammelt sind, freuen wir uns schon sehr auf den nächsten Programmpunkt: Mittagessen.

Unser erstes Irish Stew! Eine Portion – geteilt natürlich, sonst quasi unleistbar. Naja, reicht ja für uns beide. Das Lokal ist erstaunlich geschmackvoll eingerichtet und bietet sogar speziell vor Ort gebraute Biersorten an. Die Bedienung ist nett und man sitzt an kleinen Tischen, also keinerlei Massenabspeisung. Fein. Freude!! Essen und Bier sind wundervoll, Musik ist entweder nicht vorhanden oder so geschmackvoll und dezent, dass es angenehm ist, sich zu unterhalten. 10 OF 10 POINTS.

Nach dem Mittagessen „droht“ unser Fahrer mehrmals damit, nur mehr kommentarlos Musik zu spielen. Huch! Meine Vorfreude steigert sich. Er redet aber meistens trotzdem. (Im Sinne von: ich rede, also fahre ich… dann kann ich auch nicht so leicht einschlafen!) Als die „nackte“ Musik schlussendlich auf unsere Trommelfelle trifft, schalten wir instinktiv auf Gegenwehr und denken sofort über akustische Grenzkontrollmaßnahmen für unseren Gehörgang nach: nervöses Flötengedudel trifft auf hektisches Dudelsackgepfeife – im Abgang bisweilen gewürzt mit einem hübsch gesungenen, sehr traurig klingenden Lied. Prost! Wo sind bitte die Noise Off-Ohrstöpsel???

Ich konzentriere mich auf die vorbeiziehende Landschaft. Die ist wirklich sehr schön. Überall grüne Hügel, mit weißen, schafförmigen Punkten. Und viel Wasser – im Landesinneren überflutete Feucht-Gebiete, an der Küste viel Stein in interessanten Faltungen und Verwerfungen: Karst. Dahinter gleich das Meer – mit einer mächtigen Brandung! Wir folgen der Küste, wieder in Richtung Galway. Mit einem Mietauto wäre es hier traumhaft schön, die Gegend zu erkunden. Leider fahren die Iren auf der falschen Seite. Das macht es ein wenig mühsam, darum haben wir davon Abstand genommen.

@ Überflutet: einmal noch ergießt sich der gesamte Bus-Inhalt über ein paar karstige Felsformationen an einem Strand, an dem wir nun halten: sehr malerisch, sogar mit einem knallbunt schillernden, mächtigen Regenbogen vor einem grau-schwarzen Himmel ! Man kann von einem zum nächsten Stein hüpfen und tolle Fotos machen. Aber erst, wenn alle wieder im Bus sitzen. Oder ganz knapp davor.

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