Wir haben den Westen hinter uns gelassen und gönnen uns nun ein paar Tag in Dublin. Ein Ausflug auf die Halbinsel Howth wurde uns ans Herz gelegt, ein Naturparadies zum Küstenwandern, nur 30 Minuten von der Stadt entfernt, bequem mit Bahn oder Bus zu erreichen. So die Theorie. In der Praxis ist heute aber Bank Holiday, der 30. Oktober, ein Feiertag! (Welcher Mensch aus Österreich weiß DAS denn?) Das erweist sich jedenfalls als äußerst ungünstig. Wären wir die Einzigen mit dieser großartigen Idee, just an diesem Tag einen Cliff-Spaziergang zu machen, würde es überhaupt kein Problem geben. Und wären die Züge aufgrund von Gleis-Reparaturarbeiten nicht außer Betrieb, dann schon gar nicht. Doch von all dem haben wir (noch) keine Ahnung.

Meine Reise-App empfiehlt uns eine Busroute mit einmaligem Umsteigen. Teil 1 geht aalglatt und problemlos. Teil 2 gestaltet sich etwas schuppiger: Bus 2 erscheint einfach nicht zur angekündigten Zeit. Wir nehmen das mal so hin (what else?) und harren in freudiger Erwartung auf den nächsten seiner Art aus, der in 20 Minuten kommen soll. Auch das erweist sich als unerfülltes Wunschdenken. Einige Busse sind bereits vorbeigefahren ohne uns eines Blickes geschweige denn eines Anhaltens zu würdigen. Endlich hält einer an unserer Station an: HOWTH ist in riesigen Lettern an der Front zu lesen und ein innerliches Jubeln stellt sich ein. Jemand steigt in der Mitte aus, die vordere Bustüre (wo man normalerweise einsteigt) bleibt aber beharrlich geschlossen.

Ich laufe in voller Geistesgegenwart zur mittleren Türe und dringe in das Fahrzeuginnere ein. Ich finde gemütlich Platz in der lockeren Menschentraube, also bitte, Stoßzeit in Wien ist anders! Die Busfahrerin fährt aber einfach nicht ab. Inzwischen hat sie die vordere Türe geöffnet. Unbekümmert steigt mein Mann ein, doch sie protestiert lautstark: „Get off, immidiately!“ Und zu mir sehr barsch: „That is not the way to get on the bus!“ Dann ruft sie lautstark den draußen Wartenden zu: „Were they first??“ Es scheint allgemeine Zustimmung zu geben, jedenfalls gibt es keine Gegenstimmen. Nun wird es uns ein wenig peinlich. Oh!?! Wir haben uns scheinbar irgendwie daneben benommen…?
„Wir sind nicht von hier, wir wissen das nicht, und überhaupt bitte, wir warten da schon eine ganze Stunde lang…!!!“ protestieren wir. Sie kontert: „Da gibt es mehrere Leute, die schon lange warten, denn die Züge fahren heute den ganzen Tag nicht und dieser Bus ist schon voll.“ VOLL? Ich sehe ein Schild über ihr: Maximum Capacity 65. LOL. Was soll das denn? Da passen mindestens doppelt so viele Menschen rein. Da soll sie mal in Wien fahren mit dem Bus, oder in der U-Bahn in Tokio! Da gibt es sogar weiß behandschuhte „Menschenreinstopfer“. Lächerlich.

Irgendwie erregen wir aber doch ihr Mitleid und sie nimmt uns in die Fahrgemeinschaft auf. Sie verkauft uns sogar zwei Tickets. Wir kurven noch relativ lange und scheinbar nicht auf direktem Weg zu unserem Ziel. Bergauf, bergab, vorbei an zahlreichen Stationen mit winkenden Menschen, an denen sie eiskalt vorbeifährt. Damit bloß nicht wieder jemand den Bus entert, so wie wir vorhin. Nur wenn jemand aussteigen will, fährt sie ein wenig über die Station hinaus und entläßt den Fahrgast abseits der eigentlichen Haltestelle ins Freie. Manchmal dürfen auch Leute einsteigen. Aber nur soviele, wie gerade ausgestiegen sind. Sehr streng sind die hier. Die Iren. Völlig. Draußen hat es zu nieseln begonnen. Ein gewisses Gefühl der Dankbarkeit stellt sich ein. Jetzt hier im Warmen dabei sein zu dürfen und nicht im Regen stehen gelassen worden sein. Dürfen? Wir mußten uns das erkämpfen. Es fühlt sich eigenartig an. Ich komme mir vor, als würde ich auf dem Kontinent Europa stehend durch Afrika fahren oder so ähnlich. In einem Glaskobel, gut geschützt vor dem unangenehmen Draußen.

Endlich in Howth angekommen, vergewissern wir uns zunächst am Bahnhof, ob wirklich keine Züge fahren (leider nein) und spazieren entlang des Hafens an zahlreichen Fischrestaurants vorbei zu den Cliffs. Immer nur schön der Menge folgen… dann findet man den Weg. Die Leute faseln, quatschen, lärmen und fotographieren permanent und sind einfach nur nervig. Für unseren Mittagslunch klettern wir ein wenig nach oben, wo wir inmitten von Felsen und Heidekraut wenigstens ein bißchen vom Naturerlebnis erahnen können… Meer, Himmel, Klippen, Felsen, Möwen, Brandung,… bei schönem Wetter und ohne die vielen Menschen… Naja, man kann es sich nicht aussuchen. Wenigstens schüttet und stürmt es gerade nicht.

Wir absolvieren den mittellangen Rundwanderweg, wärmen uns in einem Pub zuerst mit Tee, dann mit einem Glas Bier ein wenig auf und machen uns auf den Heimweg. Es ist jetzt wirklich sehr kühl, grau und naß geworden. Nun: die Rückfahrt gestaltet sich noch um Einiges komplizierter. Allein der Versuch scheitert zunächst kläglich: wegen des miserablen Wetters wollen viele Menschen jetzt um 15:30 schon wieder zurück in die Stadt. Diesmal werden wir wiederholt stehen gelassen. Der erste Bus nimmt etwa fünf Personen mit, die anderen halten erst gar nicht an. Dass man sich auch an einer Bus-haltestelle brav anstellen muss, wissen wir jetzt. Winken, wenn man mitfahren möchte und unbedingt (und ausschließlich) ganz vorne einsteigen! Wieso jeder Bus schon so voll ist? Wir dachten das sei die Endstelle… Wohl nicht.

Mein Mann bekommt die Krise. Es regnet, es ist kalt, die Schule tun ihm weh. Oder die Füße. Wegen der Schuhe. Er ist grantig ohne Ende. Mich nervt es auch, aber ich bin ein wenig situationselastischer: vielleicht liegt es nur daran, dass mir die Schuhe passen und die Füße nicht weh tun. Wir versuchen, ein Taxi zu bekommen. Doch auch das stellt sich als undurchführbar heraus. Erst kommen einige vorbei, die aber leider alle besetzt sind, und dann… kommt gar keines mehr. Ich konsultiere geistesgegenwärtig meine UBER App: für diese Strecke berechnen sie Eur 120.- Was sagt man in so einer Situation als Wiener:in? OIDA!!

Ich schlage angesichts der prekären Lage vor, etwas essen zu gehen und es später noch mal mit dem Bus zu versuchen. Ich spekuliere mit dem Szenario: wenn es dunkel ist, sind alle sicher schon weg. Unsere Laune ist im tiefsten Keller, na Mahlzeit! Doch die Strategie geht auf: wir haben nun um teures Geld ein Essen und ein paar Drinks im Bauch. Ist doch eine bessere Investition als Taxifahren.

„Ein unbeschreiblicher Abend. Frau Reich singt einfach phantastisch und unterhält dazu noch sehr gut. Musikalisch war sowieso alles perfekt. Ein unglaublich guter Bassist, der coolste Schlagzeuger, den ich seit langem gesehen habe, dazu der unvergleichliche Thomas Palme an der Gitarre. Mein Gott, ich hab in letzter Zeit nach Abenden im Zwe ja einige Lobeshymnen verfasst, alle aus tiefstem Herzen. Aber dieser Abend hatte besondere Qualität. Vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten!“

Ein Eindruck von Peter Plasser, via facebook veröffentlicht am 9. Mai 2013

Ein kleines, feines Hauskonzert nur für geladene Gäste diente uns am 11. Oktober als Rahmen für eine Videoproduktion mit Renate Reich, vocals und Thomas Palme, guitar. „Jazz bei Strauß“, die Privat-Bühne von Victoria Quattlebaum, die sie jeden Mittwoch für kleine Konzerte und Jazz-Sessions öffnet, war dafür das perfekte Ambiente. Im Wohnzimmer musizieren die beiden im ersten Set ausschließlich Eigenkompositionen. Songs aus dem Album „Wheels Of Time“ und ein paar neue Stücke wie „Swimming“ und „Doo Dn Do Doo“ wurden ertmals dem Publikum präsentiert und von diesem äußerst wohlwollend aufgenommen. Im zweiten Teil des Konzertes gab es Jazz Standars, u.a. aus dem Album „Devil May Care“ und ein paar Party Klassiker wie „Drive My Car“ und „Gimme One Reason“ von Tracy Chapman. Ein Best Of Trailer mit einem Zusammenschnitt ist in Arbeit, ein Teil der Stücke ist bereits auf youtube zu sehen. Herzlichen Dank an das hervorragende, professionelle und liebenswerte Video-Team, Katzenstütz Productions alias Michael Katzler und Sigi Stütz & Stage Hands.

feierten ihr Comeback mit zwei Konzerten in Wien: am 20. und 21. November gab es die beiden seit längerer Pause wieder zusammen live zu hören. „Voi Guat Drauf“ heißt der Titel des aktuellen Programms, das auf wienerisch umgetextete Jazz Standards, Popsongs und einige eigene Kompositionen beinhaltet. Es ist ein rein musikalisches Programm, ohne vorher festgelegte Kabarettelemente, die Zwischenansagen sind aber immer sehr humorvoll und mindestens genauso unterhaltsam wie die Texte. Mit von der Partie ist natürlich der Hit „Vertreter“ (im Original „Smooth Operator“), der – wie eine Konzertbesucherin begeistert anmerkte – „spannend wie ein Krimi“ ist. „Zunächst weiß man überhaupt nicht, worum es geht, die Spannung steigt allmählich, bis dann schließlich im Refrain die Auflösung erfolgt und man voll laut loslachen muß“. Gefallen hat auch besonders die „Interaktion mit dem Publikum“ – die Einbeziehung der Zuhörer und die oft sehr spontanen, persönlich gefärbten Ansagen. Über die rege Nachfrage nach ihrer CD „Luftschifferlhupfer“ und auf viele weitere gemeinsame Konzertaktivitäten freuen sich die Künstler sehr.

krachen – krächzen – käppeln – kreischen – kudern – flüstern – quietschen – jaulen – jauchzen – johlen – jammern – zischen – seufzen – heulen – tratschen – tuscheln – säuseln – surren – rascheln – rasseln – scheppern – singen – schreien – quengeln – weinen – rappen – räuspern – murren – maulen – meckern – motzen – mucksen – wiehern – brummen – bellen – grölen – das kann Stimme: unsere Stimmen – miteinander, gegeneinander, übereinander, einander
ergänzend, einander begrenzend – es war mit Euch – glänzend.

Danke für die spannende, lustvolle Performance und das „Sich ganz aufeinander Einlassen“.

Am 12.April feierte der Szene Bassist und Dialekt Songwriter/Gitarrist Edi Mayr seinen Geburtstag in der Soulveranda und lud zu einem  Konzert in großer Besetzung. Er präsentierte seine neue Single „No a Stückl zum Geh’n“ (Gustfuß Records) mit einer Top Band. Mit von der Partie: Renate Reich, vocals, Carmen Semler, vocals, Thomas Palme, guitar, Martin Wöss, piano, Horst Mayr, akkordeon, Hans Nemec, drums, Fanti, bass; Tolle Stimmung, super Musik und sehr coole Fotos! danke an Dietmar Lipkowitsch – www.gib-mir-musik.at

Heute ist ein schöner Artikel über unsere Musik auf Gastro News erschienen.
Einen Auszug lesen Sie unten, den gesamten Text finden Sie hier:
http://www.gastronews.wien/2014/11/rich-famous-musik-fuer-ihr-event/

Rich & Famous – Musik für Ihr Event
Wien (Culinarius) Sängerin Renate Reich bringt mit ihrer Band Musik auf die Bühne, die dem Anlass entsprechend sorgfältig ausgewählt ist und niemals aufdringlich wirkt. Die Palette reicht von Jazz, Swing und Latin bis zu aktuellen Popsongs, Rock-, Blues und Soulklassikern. “Elegant und kultiviert, virtuos im besten Sinne des Wortes, gewandt und beredt, einmal mit Bedacht, dann wieder mit energischer Kraft die musikalischen Worte wählend”.

Die charismatische Stimme und vier hervorragende Instrumentalisten von Rich & Famous machen jeden Event zu etwas ganz Besonderem, abseits von Kitsch und Kommerz. Ob Hintergrundmusik zum eleganten Dinner oder flotte Partymusik zum Tanzen gefragt ist – die Musiker wissen genau, wie sie die jeweils passende Stimmung erzeugen – und das immer zu 100% absolut live, ohne Zuspielungen von Soundfiles oder Drumcomputern.

“Wir haben schon bei so vielen verschiedenen Veranstaltungen gespielt”, erzählt die ausgebildete Jazz-Sängerin und Gesangspädagogin, die in ihrem eigenen Gesangsstudio “Der Stimmraum” oder auch an renommierten Instituten wie z.B. der Universität für Musk und darstellende Kunst in Wien unterrrichtet. “Dabei ist es jedes Mal wieder ganz anders – und das macht den Reiz aus. Du mußt immer ganz genau beobachten und fühlen, wie die Stimmung ist, welches Lied als nächstes passen könnte und ob die Leute empfänglich für eine Moderation oder Anekdote sind.”…