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	<title>rreich_admin &#8211; Renate Reich</title>
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	<description>Musik &#124; Malerei &#124; Gesangsunterricht</description>
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		<title>Tschechisch Reisen &#124; Herbergssuche in Schlumpfhausen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2020 22:01:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Wochenende mal schnell über die Grenze hoppen, in unbekanntes Land. Warum waren wir in den letzen 20, 30 Jahren (sind wir wirklich schon soo alt??) eigentlich (fast) nie in Tschechien?? Ja, klar&#8230; in Prag. Das gilt aber kaum. Das ist nach der Öffnung ziemlich schnell &#8220;waltdisney-isiert&#8221; worden. Mac Donald&#8217;s an jeder Ecke und kein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Wochenende mal schnell über die Grenze hoppen, in unbekanntes Land. Warum waren wir in den letzen 20, 30 Jahren (sind wir wirklich schon soo alt??) eigentlich (fast) nie in Tschechien?? Ja, klar&#8230; in Prag. Das gilt aber kaum. Das ist nach der Öffnung ziemlich schnell &#8220;waltdisney-isiert&#8221; worden. Mac Donald&#8217;s an jeder Ecke und kein Platz bei Starbuck&#8217;s&#8230; Immerhin gibt&#8217;s noch (sehr) gutes Bier. Und schöne Bauten. Aber darüber will ich hier nicht schreiben. Other story.</p>
<p><span lang="DE">Wir fahren dieses Wochenende nach Mutenice, in Südböhmen, gerade mal 120 km von Wien entfernt. Ein Katzensprung. Ich schaue entspannt aus dem Autofenster. Zahlreiche Windräder ziehen an mir vorüber. Es ist Ende Februar, eine stressige Woche ist vorüber, die Sonne scheint. Herrlich. Da fällt es mir plötzlich ein: &#8220;Ich habe meinen Reisepass vergessen!&#8221; Ich erwarte mir groß angelegte Schelte von meinem Mann, doch nach meiner Beichte kommt nur ein kurzer Kommentar seinerseits: &#8221; Shit &#8211; Ich auch!&#8221;  Wenigstens bin ich nicht allein so blöd. Umkehren kommt für uns jetzt aber nicht mehr infrage. Schon zu weit weg von daheim. Wir riskieren es. Im schlimmsten Fall endet unser Ausflug im nödlichen Weinviertel. Auch ganz schön. </span></p>
<p>An der Grenze ist dann niemand. Es ist, als gäbe es keine. Nur die Straßen, die Landschaft und die Schilder sind ein wenig anders. All of a sudden: Tschechien. Wir fahren weiter. Noch mal Glück gehabt. unsere Reise führt über Lundenburg. Kennt das jemand? Alle Züge Richtung Norden/Osten gehen über diese Stadt. Sogar die Route nach Berlin. Breclav (alias Lundenburg) ist ein Must-Stop für Bahnreisende. Sehen wir uns hier mal um. Die Stadt ist im Krieg ziemlich zerbombt worden, leider. Das hinterläßt Platz für typische Ostblockästhetik: mit häßlichen Gebäuden aufgefüllte Leerstellen in einem durchaus hübschen kleinstädtischen Kontext. Man kann sich vorstellen, dass dies mal ein schmuckes Städtchen gewesen sein kann. Und sicherlich war.</p>
<p>Was uns besonders gefällt: das Schloss. Ungewöhnliche Form, ein Turm, Innenhof mit zahlreichen Arkaden. Angeblich irgendwann, als es in Mode war &#8211; im vorletzten Jahrhundert &#8211; wurde es zu einer künstlichen Ruine umgebaut. Ich empfinde es heute als ganz natürliche Ruine. Man könnte auch sagen, es ist ziemlich abgefuckt (falls man das wollte). Und ebenso alles drumherum. Wir haben ein wenig Sorge, uns von unserem in der Nähe geparkten Auto zu entfernen. Neben dem Schloß befindet sich ein definitiv natürlich &#8220;rui-nierter&#8221; Gebäudekomplex aus zerbröselndem Backstein und morschem Holz, der mit einem Band &#8220;abgesperrt&#8221; und &#8211; wenn auch stark einbruchsgefährdet &#8211; scheinbar von irgendjemand mit Hund bewohnt oder besetzt ist. Eine seltsame Gestalt hält Ausschau, als wir uns nähern. Ja, da ist jemand. Mit einem großen Tier, das auch laut bellen kann. Okay, wir haben verstanden. Also halten wir die Schloß(hof)besichtigung eher kurz, schiessen ein paar Fotos und parken unseren Wagen anschließend auf der anderen Seite des Flusses, entlang dessen wir nun einen kleinen Spaziergang wagen. Nicht allzuweit jedochs, in ständiger Hoffnung, unser exponiert stehendes Fahrzeug möge für niemanden allzu attraktiv sein, um es aufzubrechen.</p>
<p>Die Sonne scheint noch immer und es ist ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit. Am Flußufer sind ein paar &#8211; fragile &#8211; Hängematten aufgespannt. Daneben ein Schild: &#8220;Benutzung bei nicht mehr als 120 Kilo erlaubt&#8221;. Ich überlege, wer mit diesem Gewicht am Körper überhaupt in der Lage wäre, sich in so was Wackeliges hinein zu schwingen. Mein Mann meint, es wäre zu bedenken, das manche Menschen vielleicht gern zu zweit darin liegen würden&#8230;  ja, das macht Sinn. Dann sind 120 Kilo schnell mal beisammen. Für mich sind diese großmaschig geknüpften Dinger der Inbegriff der &#8220;Sozialen Hängematte&#8221;. Wo sich allerdings schon der Fragilität wegen keiner reinlegen traut.</p>
<p>Gleich daneben finde ich eine traditionelle Holz-Schaukel, mit der man weit über den Fluß schwingen kann. Sie sieht einigermaßen vertrauenswürdig aus.Ich bin seit gefühlten 40 Jahren nicht mehr geschaukelt, irgendwann dachte ich, mir würde bestimmt dabei schlecht &#8211; aber heute ist es nicht so. Wie ein kleines Mädel genieße ich es, auf meinem angeketteten Holzsitz über das Wasser und wieder zurück zu schwingen. So nice. Ich atme die Frühlingsluft und fühle mich frei. Am Rückweg finde ich im Gelände einen alten hölzernen Hockey Schläger &#8211; ziemlich abgefuckt (falls man das so sagen wollte). Der kommt mit. Mein Souvenir von hier.</p>
<p>Als Hunger aufkommt, haben wir aber dann jedenfalls wirklich ein Problem. Kein Lokal ist zu finden, vor allem nicht in dem Teil der Stadt mit den hübschen Altbauten. Aber wir wandern weiter und haben irgendwann doch noch Glück: eine Pizzeria in einem der häßlichsten Ostblockbauten, erweist sich im Inneren als ganz hübsch und geschmackvoll. Ebenso die Pizza, wenn auch ziemlich fettig, dennoch lecker und vor allem sättigend. Gerettet! Mein Mann ist unerträglich wenn er zu hungrig ist.</p>
<p>Auf der Weiterfahrt schnappe ich viele optisch interessante Eindrücke der Stadt auf und finde, sie wäre noch mal einen Besuch wert. Mit dem Zug natürlich. Ich mag Industrieruinen und seltsame, originelle Plätze. Und schöne Natur. Breclav hat alles davon. Und ist sicher nicht überlaufen. Nach Mutenice sind es noch ca. 45 Minuten. Wir fahren durch hübsche Landschaften, Wälder, Felder und Seen, sehr abwechslungreich und kleinteilig, Wir kommen voran, wenngleich uns unser Navi immer wieder etwas seltsame Wege vorschlägt: Miniaturstraßen, die sich durch die Gegend schlängeln und ins Nirwana zu führen scheinen. Das erweist sich zwar als nicht zutreffend, denn wir landen immer wieder in belebten Gegenden, doch leider nicht bei unserem gebuchten Quartier. Ich habe, wie meistens ein Zimmer über Airbnb gebucht, diesmal in einem B&amp;B mit Weinkeller und Wein-Verkostungsmöglichkeit. Laut internet sehr nett.</p>
<p>Unsere Herbergsuche bekommt nun etwas Schnitzeljagdartiges. Mein Handy ist wieder mal fast leer, das erweist sich in solchen Situationen als äußerst unpraktisch. Irgendwo im Koffer ist ein Ladekabel&#8230; Schlechter Platz, aber es ist nach einigem Herumwühlen verfügbar. Mein Mann grollt. Das Tom Tom Navi führt uns zuerst zu irgendeinem Haus im Dorf, Google Maps ist wieder anderer Meinung und die Airbnb App führt uns in eine Sackgasse bei einem Schulgelände. Völlig genervt rufe ich zum dritten Mal die Vermieterin an: &#8220;Wir finden es einfach nicht!&#8221; &#8220;Wo seid Ihr? Ich hole Euch&#8230;&#8221; &#8220;Bei der Schule&#8221; &#8220;Aha, welche? Wir haben mehrere Schulen&#8230;&#8221;</p>
<p>Schlußendlich findet sie uns und wir fahren ihr nach. Das Quartier befindet sich ganz auf der anderen Seite des Tals. Wollen die Gastgeber eigentlich nicht, dass man sie findet? Wir verstehen es irgendwie nicht&#8230; Egal, wir sind jetzt am richtigen Weg. Winzige, hübsch bemalte Häuschen ziehen sich den Hang hinauf, umgeben von kleinen Weingärten, in denen auch überall Mini-Häuschen bzw. Baracken stehen. Überall lacht ein Bacchus oder bunte Weintrauben von der Fassade, aber es ist alles so schnuckelig klein, so stelle ich mir Schlumpfhausen vor. Das Quartier ist schön, sauber, nicht ganz so klein (vor allem das Bad ist riesig) und wir freuen uns schon auf&#8217;s Weinverkosten am Abend. Dabei müssen wir feststellen, dass wir uns mit den Tschechen eindeutig nur im Biergeschmack völlig einig sind, was den Wein betrifft jedoch, merkt man, dass man sich jenseits der Grenze (des guten Geschmacks <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> befindet. Naja, bei so einem süßen Dörfchen darf man sich halt einfach keinen sauren Wein erwarten&#8230;</p>
<p>21.März 2020</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hakuna Matata&#8230; bzw. auf der Suche danach &#124; Zanzibar &#124; Teil 5</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2020 23:42:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Mehrstimmiger Frauengesang dringt an mein Ohr und zieht mich magisch an&#8230; groovig, soulig und vor allem: sehr afrikanisch. Ich stehe unmittelbar vor der anglikanischen Kirche in Stone Town und lausche. Ich blicke auf einen stattlichen Bau, der an der Stelle errichtet wurde, wo (viel zu) viele Jahre der größte und fürchterlichste Markt auf diesem Globus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrstimmiger Frauengesang dringt an mein Ohr und zieht mich magisch an&#8230; groovig, soulig und vor allem: sehr afrikanisch. Ich stehe unmittelbar vor der anglikanischen Kirche in Stone Town und lausche. Ich blicke auf einen stattlichen Bau, der an der Stelle errichtet wurde, wo (viel zu) viele Jahre der größte und fürchterlichste Markt auf diesem Globus beheimatet war: Zanzibars Hauptstadt Stone Town war DER Umschlagplatz für den Sklavenhandel in der ganzen Region, die &#8220;Ware&#8221; ging nach Asien, Europa und Amerika. Neben dem schmutzigen Geschäft mit Elfenbein aus dem Hinterland (dem allerschwärzesten Schwarz-Afrika) und dem Handel mit Gewürzen war dieser eine der größten Geldquellen für die Herrschenden: Sultane aus Oman und in der Folge diverse zwielichtige Gestalten hatten hier für viele Jahre ihr Hauptquartier aufgeschlagen und konnten fette Profite einfahren.</p>
<p>Wenn man es so betrachtet, macht es gar keine rechte Freude mehr, sich am Anblick all der prunkvollen Paläste und Bauten (bzw. was davon noch übrig ist) zu erfreuen, sind sie ja hauptsächlich auf Kosten von Menschen und deren unfassbarem Leid erbaut. Die Menschheit war irgendwie immer schon schlecht, denke ich mir &#8211; grausam, ungerecht, rücksichslos. Zumindest ein Teil der Menschheit. Ich betrete die Kammern, in denen die Sklaven &#8220;gelagert&#8221; wurden und auf ihren Verkauf warteten: finstere, enge in Stein gehauene &#8220;Ställe&#8221; mit in Boden oder Wände eingelassenen Metallringen, an denen sie festgekettet waren. Unglaublich. Da war ja der Geflügelmarkt im Vergleich dazu harmlos, obwohl ich dort wegen des grauenhaften Gestanks und dem Anblick lebender, eingesperrter Tiere schnell flüchten mußte.</p>
<p>Zum Glück gibt es den Sklavemarkt jetzt nicht mehr, seit rund 140 Jahren schon nicht. Schautafeln, Bilder und Texte erzählen viel davon und ich verbringe geraume Zeit damit, sie zu studieren. Irgendwann ist es genug. Grauslich. Ich mag nicht mehr. Ich mache mich wieder auf die Suche nach den singenden Frauen. Ich schleiche mich hinein in den Nebenraum der Kirche und sehe sie: schwarze Frauen, gemischten Alters, hier allesamt ohne Kopftuch &#8211; klaro, sind ja Christinnen. Leider singen sie jetzt nicht mehr, sondern eine von Ihnen betet etwas vor und die anderen wiederholen es. Call and response. So wie am Anfang &#8211; dem Ursprung des Blues-gesangs.</p>
<p>Ich mache gerade eine private Stadtführung in Stone Town und mein Guide ist etwas irritiert, denn die singenden Frauen im Nebentrakt der Kirche stehen eigentlich nicht auf seinem Programm. Aber er läßt mich gewähren und passt sogar auf meine Wasserflasche und das Säckchen mit den Cashew-Nüssen auf, während ich den Stimmen nachgehe.</p>
<p>Dann zeigt er mir die Kirche von innen. Was mir als erstes auffällt &#8211; und wiederum auf seinem Programm nicht vorfindbar &#8211; hier stehr ein fettes Schlagzeug neben dem Altar. So gehört sich das, denke ich mir. Hallelu-yeah! That&#8217;s Africa <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Das Innere der Kirche ist auch irgendwie anders als bei uns in Europa, die Dekorationen rund um den Altar sind (eher billig wirkende) Reliefs aus Metall, die ich in dieser Art noch nie gesehen habe. Und die Säulen sind verkehrt herum eingebaut, mit dem Kapitell nach unten. LOL. Das war nicht beabsichtigt, ist einfach passiert, und gehört zu den skurilen Besonderheiten dieser Kirche. Aber wenigstens ist dieser Ort nun befreit: keine Sklaven mehr. Never ever.</p>
<p>Wir verlassen diese geschichtsträchtige Stätte und werfen uns wieder ins Gedränge. Die Sonne sticht von oben herab, zum Glück trage ich immer noch meinen Riesenhut. Wir schlängeln uns wieder durch gewundene Gassen, in den Hof eines sehr lauschigen, hübschen Restaurants, vorbei an Moscheen und unzähligen kunstvoll geschnitzten Holztüren zu einem kleinen Platz, mit aufgespannten Wimpeln und einem riesigen Holzmast, an dem ein altertümliches Telefon befestigt ist. Das sei der wichtigste Platz von Stone Town, hier trifft MAN sich. Auch: skuril.</p>
<p>Für den Besuch der Forodhani Gardens und des Forts bleibt nur wenig Zeit, das House Of Wonders, ein richtiger, großer Palast (das erste Gebäude mit &#8220;Wonders&#8221; &#8211; zu seiner Zeit, Ende des 19 Jh: einer WC-Toilette und Badewannen) befindet sich in Renovierung und ist leider gerade nicht zugänglich.</p>
<p>Ich mache mich frisch für mein heutiges Rooftop Dinner. 18:00 &#8211; nach der Dusche das Einsprühritual, von Kopf bis Fuß, mit stinkig-giftigem Anitimoskito-Schutz. Das Klima am Abend ist zwar traumhaft, aber das Gesprühe ist mega nervig. Ich freue mich schon ein bißchen wieder auf zu Hause. Das Haupthaar wird geknödelt, alles andere ist sinnlos. Styling ist hier echt schwer. Alles rinnt davon oder verpufft in der feuchten Luft. Egal. Ich steige wieder steile Treppen hinauf zu den obersten Terrassen meines edlen Hotels. Der Ausblick ist fantastisch. Der Himmel kohlrabenschwarz, sehr dramatisch. Ob das hält noch, heute den ganzen Abend?</p>
<p>Die Terrasse ist zweigeteilt und ich bekomme einen Tisch im kleinen Bereich. Es sitzen hier noch vier Pärchen, alle in unmittelbarer Nähe, ich bin die Einzige, die alleine hier diniert. Alsbald kommt man ins Gespräch, man sitzt ja so nahe beisammen. Neben mir ein britisches Paar, gerade angereist, schwer zu verstehen, aber nett, ein wenig älter als ich, daneben ein Barack Obama Klon mit ebensolcher Frau und Donnerstimme, eindrucksvoll &#8211; aus New York City bzw. aus Los Angeles, wo man derzeit wohnt; dann noch ein älteres Paar aus dem Oman &#8211; sie stammt eigentlich aus Irland und er ist Arzt in Pension, ursprünglich aus dem Irak, in Muskat wohnhaft. Ich führe viele interessante Gespräche und ich bin mir fast sicher, ich kommuniziere intensiver mit meinen Tischnachbarn weil ich alleine hier bin. Wenn man als Paar reist, verbringt man doch viel Zeit miteinander, in Zweisamkeit, auch viel davon zweisame Gesprächszeit. Mit einigen tausche ich die Adressen aus.. bin gespannt ob man jemals wieder voneinander hört&#8230; ?</p>
<p>Auf der Nebenterrasse gibt es Live Musik, Taraab &#8211; eine sehr arabisch anmutende musikalische Variante, Orient pur finde ich, auch die Sängerin gibt sich so, man könnte sie sich auch gut als Bauchtänzerin vorstellen, nur ist sie viel verhüllter. Ich bin sehr glücklich, aufgeregt, zufrieden&#8230; das Wetter kommt näher, es blitzt eindrucksvoll und es beginnt ein wenig zu regnen. Die &#8220;Boys&#8221; entrollen Schutzrollos gegen den Wind und den Regen; das Unwetter zieht aber bald von dannen und es wird wieder richtig unangenehm heiß.</p>
<p>Jetzt tut sich wieder das berühmte Dilemma auf: zur möglichen Kühlung Haut entblößen und den Moskitos zum Fraß darbieten? Oder gänzlich verhüllt und leidend vor sich hin schwitzen? Ich bin ja eingesprüht &#8211; und ich vertraue auf die Chemie. Und die gute Hoffnung. Oder den Glauben an das Gute. Zanzibar soll ja seit 2008 malariafrei sein.</p>
<p>Ich lasse den heutigen Tag Revue passieren. Ja, ich bin glücklich. Sehr. In jeder Hinsicht. Zum einen, dass ich heute Nacht einmal nicht von diesen fiesen Bettwanzen ausgesaugt werde und zum anderen, dass ich in den hiesigen Zeiten und an meinem Ort leben darf und nicht in Vorhergegangenen an diesem Ort hier: wahrscheinlich ausgesaugt von Sklavenhaltern oder sonstigem ekelhaften menschlichem Ungeziefer. Danke.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hakuna Matata&#8230; bzw. auf der Suche danach &#124; Zanzibar &#124; Teil 4</title>
		<link>https://renatereich.at/zanzibar-hakuna-matata-bzw-auf-der-suche-danach/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Feb 2020 22:45:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Mein erstes Hotel in Zanzibar hatte nebst bereits beschriebener  gravierender Mankos immerhin den Vorteil, ein halbwegs genießbares, und was die frischen Früchte und Eiergerichte betrifft, sogar ein leckeres Frühstück auf einer schönen Terrasse mit Meerblick zu bieten. In meiner Airbnb Wohnung im Herzen von Stone Town, in die ich nun übersiedelt bin, gibt es gar [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein erstes Hotel in Zanzibar hatte nebst bereits beschriebener  gravierender Mankos immerhin den Vorteil, ein halbwegs genießbares, und was die frischen Früchte und Eiergerichte betrifft, sogar ein leckeres Frühstück auf einer schönen Terrasse mit Meerblick zu bieten. In meiner Airbnb Wohnung im Herzen von Stone Town, in die ich nun übersiedelt bin, gibt es gar nix. Außer einer leicht nach Schimmel riechenden Küche mit Kühlschrank &#8211; ohne Inhalt. Und, besonders blöd: einige unliebsame, winzige Tierchen, die höchstwahrscheinlich aus dem ersten Hotel mit mir mitgereist sind: Bettwanzen, 1-2 mm groß, flach, blutsaugend. Verstecken sich in Kleidung, Koffern, Taschen, Rucksäcken und in allen Nischen, Spalten und sonstigen (Un)möglichkeiten. Zum Glück hatte ich wenigstens bis jetzt noch keinen Rattenbesuch, obwohl ich hier das Badezimmerfenster, geruchstechnisch bedingt, stets (äußerst dreist) weit offen lasse.</p>
<p>Ich begebe mich in Richtung Uferpromenade und konsumiere in einer wunderschön gelegenen Laube mit Meerblick ein geschmacklich sehr unscheinbares, oder treffender gesagt, geschmacklich völlig entbehrliches Frühstück. Zum Glück gibt es Ketchup und ich bin wenigstetns satt. &#8220;Entbehrlich&#8221; das passt auch sehr gut zum Beginn dieses Tages, an dem ich als &#8220;Killer Queen&#8221; zur Tat schreiten muß. Im Indian Shop an der Ecke kaufe ich eine Dose Insektenspray. Leider gibt es nur eine Größe. Und die ist groß. Damit kann man sicher drei Wohnungen samt ihrer (tierischen) Bewohner vergiften. Da es nicht viel kostet und vernünftige Alternativen nicht zur Verfügung stehen, kaufe ich es ein.</p>
<p>Zuerst dusche ich &#8211; für diese Stadt und ihre bescheidenen Wasserreserven &#8211; unverschämt lange und wasche sorgsam meine Haare. Dann wische ich meine sämtlichen Besitztümer mit glatter Oberfläche systematisch ab und deponiere sie auf der anderen Seite der Küche. Alle Kosmetikprodukte, alle Behältnisse, Säckchen, Tuben, Fläschchen, Döschen&#8230; verdammt noch mal, wieso habe ich eigentlich sooo viel Zeugs mit??!! Bei dieser feuchten Hitze haben Schminke &amp; Hairstyle sowieso keinen Sinn, das sollte ich doch schon wissen! Jeglicher Verschönerungsversuch rinnt in kürzester Zeit davon, mit dem Haupthaar ist außer möglichst strengem Zusammenknödeln (oder vielleicht kunstvoll geflochtenem Afro-Hair-Styling) nichts anzufangen, es sei denn, man möchte aussehen wie Madame Mim, oder gerade frisch vom Blitz getroffen.</p>
<p>Das nimmt einige Zeit in Anspruch. Für eine Stadtführung habe ich jetzt ohnehin keinen Nerv. Ich gebe mich der Reinigung meiner Mitbringsel hin. Am Balkon wird gesprayt, sämtliche Stofftäschchen, meine Kopfhörer, alle Sachen mit rauher Oberfläche. Ich klaube ein oder zwei Bettwanzen von irgendwo herunter. Sind sie also tatsächlich mitgekommen&#8230;!!</p>
<p>Ich bin mega genervt. Diese Prozedur ist mühsam und zeitraubend, außerdem traue ich mich fast nicht mehr zu atmen, ich will das Gift ja nicht in meinen Lungen haben, auch wenn dieses hochgiftige Spray heimtückisch mit frischem Zitronenduft daherkommt. Irgendwann reicht es mir und ich beschließe, einige vergiftete Teile mit noch unbehandelten &#8220;lasagneartig&#8221; in meinem Koffer aufzuschichten und gut verschlossen, in guter Hoffnung sich selbst zu überlassen. Ruhet in Frieden. Und laßt mich bitte auch in Frieden, ihr Sauviecher!!!</p>
<p>Ich packe meine neue, gleich nach dem Frühstück gekaufte Korbtasche (zur Sicherheit auch mit Insektengift besprüht) mit dekontaminiertem Inhalt und mache mich auf den Weg zu meinem Quartier (in Quarantäne) für die heutige Nacht: 1001. Ein richtiges Prinzessinnenzimmer, wohl das edelste, das ich je bewohnen durfte. Im Hotel Emerson on Hurumzi. 1001. So viel in etwa kostet es auch. Naja&#8230; fast.</p>
<p>Wieder sind zahlreiche Stufen zu erklimmen, um in das prunkvolle Gemach zu gelangen. Schwindelfreiheit wäre zumindest kein Nachteil, die Stufen sind steil und eng. Sowas wäre bei uns daheim sicher nicht genehmigt vom Bauamt. Aber ich befinde mich auf Zanzibar. Da ist sowieso alles anders.</p>
<p>Lustvoll und vor allem sehr erleichtert werfe ich mich auf das inmitten des Zimmers stehende, große gold-rote Bett mit den vielen bestickten Polstern und genieße den Anblick. Ein großer, silberner Ventilator kreist ober mir, vor mir ein silbernes, orientalisches Teetischchen mit frischer Blumendekoration, hinter mir eine Badewanne mit allerlei handgeschöpften Seifen, frische Handtücher und noch mehr Blumen. Das Zimmer ist im obersten Teil des Gebäudes und relativ schmal, links und rechts stehen die Fensterreihen weit offen, man kann über die Stadt blicken, über die Dächer bis zum Meer. Alles natürlich sorgsam mit Fliegengittern und Moskitonetz versehen. Und Air Condition. So ist hier Luxus.</p>
<p>Ich habe Glück. Meine eigentlich für den Vormittag gebuchte (und von mir kurzfristig abgesagte) Stadführung kann jetzt stattfinden, der Guide ist flexibel bzw. er schickt einen Kollegen. Ist mir egal, ich hab ja jetzt Zeit.</p>
<p>Die proteindurchsetzte Gewand-lasagne reift in der Zwischenzeit bei wohlig warmen Temperaturen auf einem Balkon ein paar Straßen weiter entfernt und ich erhoffe mir inständigst, dass alle illegal mitgereisten Insekten nun auch bald in den siebenten Himmel gelangen mögen&#8230;</p>
<p>Wenig später treffe ich meinen gut gelaunten Guide in der Hotel-Lobby. Eine ganz private Stadtführung, auch das ist ein wenig Luxus am heutigen Tag. Stone Town ist berühmt für seine aus massivem Korrallengestein gebauten Häuser und die zahlreichen Paläste, vor allem aber für die vielen prunkvoll geschnitzten Holztüren und Balkone. Darum bin ich hier. Stone Town ist UNESCO Kulturerbe und Geburtsstadt von Freddie Mercury. Aber der kann gar nichts dafür. Initiator meiner Reise hierher war der Musiker Billy Joel, der mir seit Jahren mit dem Lied &#8220;Zanzibar&#8221; in den Ohren liegt: &#8221; I got the old mans car, I got a Jazz guitar, I got a tab at Zanzibar.. Tonight that&#8217;s where I&#8217;ll be.&#8221; Und dann kommt das Trompetensolo. Legendär. Ich habe das immer schon geliebt. Vielleicht meine erste Begegnung mit Jazzmusik. Zumindest ein Grund meiner Präferenz für Trompeten und Flügelhörner und einem gewissen Hang zur &#8220;Saxophobie&#8221;.</p>
<p>Ich posiere in meinem seltsamen Outfit vor einer prunkvollen, riesigen Holztüre. Mein Guide, Yussuf macht Photos von mir mit meinem Handy. Ich trage einen riesigen Sonnenhut, weite Hosen und eine Bluse, darüber habe ich noch ein dünnes Strandkleid geworfen, damit meine Schultern bedeckt sind. So gehört sich das hier in der muslimischen Metropole von Zanzibar. Ich bin da sehr kompromissbereit, ich möche wirklich niemanden mit dem Anblick von bloßer Haut verstören, außerdem sind die dünnen Stoffschichten brauchbarer Mücken-, Fliegen- und Sonnenschutz.</p>
<p>Vorbei am Stone Town Coffee-House, dem zweiten Emerson Hotel, vielen weiteren prunkvollen Holztüren und ein paar Moscheen, gelangen wir durch zahlreich gewundene Gassen zum Markt. Dorthin hätte ich mich wahrscheinlioch alleine nicht hingetraut, sofern ich ihn überhaupt jemals gefunden hätte.</p>
<p>Ob ich ein Problem mit Fleisch bzw. dem Geruch von Fleich hätte? Naja, eigentlich nicht, sag ich, und ja, klar, ich will den Geflügel Markt sehen! Dann aber doch nur kurz. Rechts befinden sich die noch lebenden Tiere, in engen Käfigen, in dem anderen Raum linkerhand sind frisch geschlachtete und gerupfte Hühner aufgetürmt, es stinkt bestialisch. Ich beschließe, nie wieder Hühnchen zu essen, zumindest nicht in nächster Zeit</p>
<p>Der Rindfleisch Markt ist weniger spektakulär, zum einen olfaktorisch, zum Anderen durch die Abwesenheit ganzer, noch lebender Exemplare. Auch die Abwesenheit jeglicher Kühlmöglichkeit fällt auf. Ebenso am Fischmarkt. Der ist äußerst skuril, finde ich. Was da alles aus dem Meer geholt und zum Verzehr frei gegeben wird ist sehr interessant. Ich könnte stundenlang Fotos machen, doch auch hier will ich nicht aufdringlich sein und der Geruch ist auch eher einer, den man jetzt nicht unbedingt so lange bräuchte.</p>
<p>Wir stapfen durch aufgetürmte Mango, Papaya und Avocadoberge, riesige und lecker aussehende Früchte &#8211; ich möchte gerne eine kaufen, doch der Preis ist so unverschämt hoch, dass ich es sein lasse. Ein paar Cashew Nüsse kaufe ich dann doch. Als Snack für unterwegs. Und Wasser. Am Eingang zum ehemaligen Sklavenmarkt. Jetzt wird es heftig. Zeitgeschichte in Bildern. Zanzibar war einst der größte und wichtigste Umschlagplatz für die Ware Mensch.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hakuna Matata&#8230; bzw. auf der Suche danach &#124; Zanzibar &#124; Teil 3</title>
		<link>https://renatereich.at/zanzibar-hakuna-matata-bzw-auf-der-suche-danach-teil-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 23:34:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich sitze auf der Dachterrasse eines sehr edlen Lokals in Stone Town, Zanzibar, Tansania, Afrika. Wieder einmal bin ich der einzige Gast. Um in den Genuß dieses herrlichen Ausblicks über die Dächer der Stadt, das Meer und die untergehende Sonne zu erhaschen, bin ich zahlreiche Stufen hinaufgestiegen. Das hat mich viel Zeit gekostet. Weniger wegen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze auf der Dachterrasse eines sehr edlen Lokals in Stone Town, Zanzibar, Tansania, Afrika. Wieder einmal bin ich der einzige Gast. Um in den Genuß dieses herrlichen Ausblicks über die Dächer der Stadt, das Meer und die untergehende Sonne zu erhaschen, bin ich zahlreiche Stufen hinaufgestiegen. Das hat mich viel Zeit gekostet. Weniger wegen der Zahl der Stufen, sondern wegen der Zahl der Fotos, die ich immer wieder zwischendurch machen mußte. Das ist ein alter Palast, sorgsam mit Liebe und Geschmack renoviert, ein Gebäude aus 1001 Nacht: das Jafari House, Hotel und Spa, mit Restaurant auf dem Dach. Ich nenne es  das &#8220;Plötzlich Prinzessin-Lokal&#8221;. Alles ist in safrangelb, mahagonibraun karmesinrot und gold gehalten, überall gibt es schöne Sessel, Vasen, Statuen, Pflanzen und feinste Holzschnitzereien. Mein Herz hüpft. Meine Haut pickt.</p>
<p>Ich bin gut imprägniert, um 18:00 halte ich nun täglich mein Ganzköpereinsprühritual ab. No Bite mit Deet, es stinkt und klebt und ich hoffe inständig, dass es auch wirklich die bösen Mücken abhält, vor allem die gefährlichen mit der Malaria. Zanzibar ist zwar angeblich seit 2008 malariafrei, aber man weiß ja nie&#8230; das Tropeninstitut hat mir das Sprühen empfohlen und die Mitnahme eines Standby Malaria Medikaments. &#8220;No na!&#8221;, sonst würden sie ja auch nix an mir verdienen. Ich bin jedenfalls gewappnet. Leider hilft diese Mittel nicht gegen Bettwanzen, aber das ist eine andere Geschichte, auch wenn sie hier alsbald ihre Fortsetzung findet.</p>
<p>Ein junger Mann fragt mich in ganz passablem Englisch, was ich denn trinken möchte. Ich frage mich das auch. Am Liebsten einen kühlen Prosecco oder Aperol Sprizz mit ganz vielen Eiswürfeln. Zum Sonnenuntergang. Aber das mit den Eiswürfeln ist nicht so empfehelnswert hier, habe ich gelesen. Wegen dem &#8220;flotten Otto&#8221; (so hat es eine deutsche Urlauberin genannt, die ich später kennen lernen sollte), dem Durchfall, der oft bei Europäern auftritt, die das afrikanische Wasser, wenngleich auch schon mal durchgefroren, nicht vertragen.</p>
<p>Ich bestelle ein Soda und ein Glas Weißwein. Und einen Snack, Samosas, gefüllte Teigtaschen, die ich schon aus La Reunion kenne. Ich beginne, Notizen in mein Tagebuch zu machen. Der junge Mann will plaudern. Ich bin ja der einzige Gast hier. Fad sonst. Also plaudern wir. Als er mir dann die Samosas bringt, will ich einfach nur mal kauen und nicht mit vollem Mund reden. Ich erbitte mir eine Essenspause. Leicht eingschnappt zieht er von dannen.</p>
<p>Der Weißwein ist schon bald ziemlich uncool. Ich überlege mir, eine Flasche zu bestellen, die könnte man ja mit Eiswürfeln im Kübel kühlen, und den Rest nehm ich mit nach Hause, wenn das geht?! Ich verhandle mit dem Kellner, der dieses Vorhaben (nach vorherigem Nachfragen) für machbar befindet. Er bringt mir die Flasche Wein. Eiswürfel muß er erst noch einkaufen gehen. Echt jetzt&#8230;</p>
<p>Ich schreibe in mein Tagebuch. Erst kurz zuvor hatte ich meine Airbnb Vermieterin davon informiert, dass in dem Hotelzimmer, aus dem ich gerade komme, Bettwanzen waren. Zur Sicherheit. Ihre Begeisterung hielt sich in Grenzen. Obwohl, das ist stark untertrieben. Sie erklärte diesen Umstand zum Größt-Anzunehmenden-Unfall, zum Super GAU für jeden Vermieter und machte sich sofort daran, mir einen Kammerjäger vorbeizuschicken. Das wiederum stieß auf wenig Begeisterung meinerseits. In einem frisch vergifteten Zimmer schlafen, das geht doch einfach gar nicht.</p>
<p>Also sitze ich hier oben und grüble. Der Kellner kommt tatsächlich mit einem Kübel voll Eis. Ich bin begeistert. Dann erzählt er mir, er sei &#8220;born and raised on Tomato Island&#8221;. Zu erwähnen ist, das er ein Bürscherl von etwa 22 Jahren ist und ich in den Fünfzigern angelangt. Ob ich denn nicht Lust hätte, mit ihm morgen nach &#8220;Tomato Island&#8221; zu reisen..? Haha, wie in 1001 Nacht, ein Märchenerzähler steht vor mir. Ich habe noch nie was von einem &#8220;Tomato Island&#8221; gehört (als ich das interessehalber zu Hause google, finde ich nur eines in Australien). Dankend lehne ich ab. Er zieht wieder von dannen, diesmal vielleicht noch ein wenig mehr eingeschnappt.</p>
<p>Ich beschließe, mit meiner Flasche Wein nach Hause zu gehen und dort weiter zu grübeln. Dort habe ich auch internet. Das könnte behilflich sein. An der Hotelrezeption werde ich aufgehalten. Ich hätte nicht bezahlt, behauptet man. Was&#8230; jetzt? Klar habe ich, sogar 50.000.- TSH. Die Rezeptionistin telefoniert mit dem Tomato Boy, der die Rechnung hinunter bringt. Da steht 56.000.- THS. Gut, dann sollen sie mal leserlich schreiben. Ich bezahle den Rest, Tomato Boy ist beleidigt und schaut mich gar nicht mehr an.</p>
<p>Zu Hause angelangt, geselle ich mich zu meinen Sachen auf dem Balkon. Ich habe auf Anweisung meiner Vermieterin alle bereits ausgepackten Kleidungsstücke wieder eingesammelt, in den Koffer gesteckt und auf dem Balkon deponiert. Ich soll morgen unbedingt gleich Insekten-Spray kaufen und alles einsprühen. Wir chatten online. Leider ist der Kammerjäger nicht auffindbar (hat er sich vielleicht selbst vergiftet? <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Das ist eben Zanzibar. Aber sie kann mir die Putzfrau schicken und wir waschen alle meine Sachen&#8230; Ich hatte eigentlich andere Pläne für den nächsten Tag. Nämlich eine Stadtführung. Die habe ich sogar schon gebucht. Ich hole mein Päckchen Zigaretten aus dem Rucksack. Das habe ich mir extra für die Reise gekauft, sonst rauche ich nicht oder nur sehr selten. Jetzt verlangen meine Nerven nach Nikotin. Der Rauch soll außerdem helfen, (gefährliche?) Moskitos zu vertreiben.</p>
<p>Nach der ersten (oder zweiten?) Zigarette und einer halben Flasche Wein fasse ich den Beschluß, hier auszuziehen. Schließlich will ich das Getier definitiv los sein und endlich mal wieder biß- und juckfrei leben. Ich buche ein Zimmer im teuersten Hotel der Stadt, in der Annahme, dass es dort mit Sicherheit tierfrei sei. Ich habe außerdem für den kommenden Abend dort ein Rooftop Dinner für mich gebucht, im &#8220;Emerson on Hurumzi&#8221; ein Highlight in Stone Town, das man/frau nicht versäumen sollte, laut einer Empfehlung einer weitgereisten Kollegin auf facebook. Was mich das jetzt kostet ist mir in diesem Augenblick (fast) egal. Man/frau muß Prioritäten setzen.</p>
<p>Ich schlafe wieder in voller Montur, gänzlich bekleidet, mit Jeans, Socken und Sweater, nur diesmal leider ohne Vorhandensein einer Klimaanlage. Es hat in etwa 30 Grad. Vielleicht auch mehr. Das Mückenschutzmittel verklebt sich mit dem Schweiß auf meiner Haut. Das Moskitonetz scheint dicht zu sein, läßt aber irgendwie kaum Frischluft durch. Das Schlaferlebnis ist mäßig erholsam. Sehnsuchtsvoll erwarte ich den Sonnenaufgang und den Beginn des nächsten Tages.</p>
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		<title>Hakuna Matata&#8230; bzw. auf der Suche danach &#124; Zanzibar &#124; Teil 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 11:15:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich liege auf einem wackeligen Tisch, in einem uralten Gebäude (so sieht hier ein Medical Center aus!!), in der Hitze irgendwo in Afrika, die Frau Doktor inspiziert mich. Irgendetwas hat mich vor kurzem gestochen oder gebissen, ich habe einen wirklich scheußlichen knallroten Hautausschlag mit seltsamen Punkten, die sich täglich vermehren. Ihre erste Diagnose war wenig [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liege auf einem wackeligen Tisch, in einem uralten Gebäude (so sieht hier ein Medical Center aus!!), in der Hitze irgendwo in Afrika, die Frau Doktor inspiziert mich. Irgendetwas hat mich vor kurzem gestochen oder gebissen, ich habe einen wirklich scheußlichen knallroten Hautausschlag mit seltsamen Punkten, die sich täglich vermehren. Ihre erste Diagnose war wenig erfreulich: &#8220;It looks like chickenpocks or &#8220;xxx&#8221; (Name der Krankheit vergessen). You CAN treat, but it is long and painful.&#8221; Na toll. Ich mache mir riesige Vorwürfe&#8230; warum mußte ich unbedingt meinen Sturschädel durchsetzen und hierher kommen!!!??</p>
<p>Nach einer Weile intensiven Betrachtens mit einer Lupe schüttelt sie den Kopf, &#8220;No, it is not chickenpocks and it is no &#8220;xxx&#8221; (Name der Krankheit vergessen)&#8230; it looks like an allergic reaction to something!&#8221; Meine Lebensgeister beginnen wieder zu erwachen. Sie verschreibt mir eine cortisonhaltige Salbe und ein Antihistaminikum. Okay, also ich muss nicht heimfliegen.. ?! Mein Leben und mein Abend sind gerettet. Ich war kaum jemals zuvor so erleichtert. Um 50.- USD kurz danach übrigens auch noch zusätzlich. Was kostet die Welt! Hauptsache nicht „long and painful“. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt.</p>
<p>Der nächste Tag verläuft unspektakulär. Zunächst muss ich mich überwinden, diese Tabletten zu schlucken. Natürlich habe ich dieses Medikament gegoogelt und erfahren, dass es in Europa nicht zugelassen ist und sich noch im Teststadium befindet, die Wirkung entspricht aber einem Cirtec, einem mir bekannten Antiallergikum. Na also, das bringt dich jetzt auch nicht um, denke ich mir, vielleicht hört dann endlich dieses entsetzliche Jucken auf! Doch leider nein, die Wirkung hält sich in Grenzen, es kommen noch weitere rote Punkte hinzu und ich kann kaum schlafen. So einen mega-Juckreiz habe ich überhaupt noch nicht erlebt.</p>
<p>Ich mache einen Ausflug und bin eine Weile gut abgelenkt. Eine Spice Tour steht auf dem Programm, Besuch einer Gewürzfarm. Dort lerne ich viel Interessantes über Pflanzen und ihren Gebrauch, Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten. Toll, was die Natur so alles zu bieten hat, ich sehe eine frische Muskatnuss, die aussieht wie ein Alien, erfahre, dass es einen Lippenstift Baum gibt und wie man eine Kokospalme erklimmt. Spannend. Mein guide kennt sich gut aus, er spricht &#8211; neben Suaheli gut Englisch und Französisch und beim Mittagessen kommen wir richtig ins Philosophieren über Land und Leute, Gott und die Welt. Er ist etwa 25Jahre alt, Moslem, kommt jeden Tag hierher und hofft, dass es Touristen gibt, die ihm zugeteilt werden. Jeden Tag ein Hoffen, ein Kampf. Er wünscht sich einfach nur einen steady job. Wie gut geht es uns doch im Vergleich dazu. Besonders witzig finde ich den Umstand, dass die Afrikaner an verschiedene Worte, die mit einem Konsonanten enden gerne ein „i“ anhängen, das höre ich hier zu ersten Mal. Let’s go eati oder watch your step, rooti..</p>
<p>Zu Hause angekommen nervt mich der unbändige Juckreiz wieder und ich wende mich erneut vertrauensvoll an meine Freundin. Sie schickt mir die Telefonnummer von einem Tropenmediziner, den ich sogleich anrufe. Ein sehr freundlicher älterer Herr bittet mich, ihm Bilder via Whats App zu schicken und ruft mich wenig später zurück. Seine Diagnose ist eindeutig: das sind zweifelsfrei Bettwanzen! Bei den Rippen gibt es noch einen Stich oder Biss, da zeigt die Haut noch eine starke allergische Reaktion, ich bräuchte jetzt Cortison, am Besten eine Injektion.</p>
<p>Also hatte die Frau Doktor recht, nur von den Bettwanzen hat sie nix gesagt. Ich will dennoch nicht nochmal hin und wieder 50 Dollar zahlen für eine fragwürdige Injektion. Die Creme soll erstmal ausreichen. Nichts wie weg hier, ich bin froh, dass ich am nächsten Morgen schon in mein neues Quartier, in eine Wohnung nach Stone Town übersiedeln werde. Ich schlafe in Jeans, Hemd, Jacke und Socken, bei voll aufgedrehter Klimaanlage und wünsche den Biestern das Allerschlechteste! Von meinem Blut werden sie sicher nichts mehr bekommen!</p>
<p>Am nächsten Tag um 10:30 treffe ich in einem Cafe in den Fohorani Gardens Salum, meinen neuen Gastgeber. Ich habe mich per Airbnb in die Wohnung einer Holländerin eingemietet, sehr zentral gelegen, in der Gizenga Street. Salum erscheint pünktlich, orts- und religionstypisch mit einem weissen Kaftan und einer runden Kappe bekleidet, schnappt meinen Koffer und wir ziehen los. Die neue Wohnung liegt mitten im Soukh, ich fühle mich stark an Marrakesch erinnert, der Eingang ist ziemlich versteckt, der Vorraum verdreckt, aber als wir in den ersten Stock gelangen, sehe ich schon einen wundersamen Balkon im Innenhof, nett dekoriert, so geschmackvoll wie auf den Fotos von Airbnb. Als er aufsperrt, kommt mir zur Begrüssung ein Geruchsschwall von Schimmel entgegen, was mich nicht sonderlich begeistert. Offenbar war doch schon länger niemand hier. Er zeigt mir die Wohnung und ich reisse alle Fenster auf, um diesen Geruch los zu werden. Er meint nur knapp, ich soll im Badezimmer mit dem offenen Fenster aufpassen, es wäre wegen der Ratten&#8230; sometimes. Gut, ich entscheide mich vorerst mal gegen die Ratten und mache das Fenster wieder zu. Ich habe jetzt einmal genug von unliebsamem Getier.</p>
<p>Die Wohnung ist jedoch allerliebst, sehr bunt, orientalisch, und ganz nach meinem Geschmack eingerichtet, ich fühle mich wie eine kleine Prinzessin. Ich packe alles aus und richte mich wohlig ein, es ist viel Platz, herrlich! Es könnten bis zu 4 Personen da schlafen, ich liebe großzügige Räume und bin froh, den Bettwanzen entflohen zu sein. Auf dem grossen Doppelbett mache ich es mir bequem, poste Fotos auf facebook und bin very happy. Dann die ersten Posts &#8211; tja, die Bettwanzen,&#8230; die verschleppt man&#8230; die nisten sich in die Kleidung ein und dann reisen die überall hin mit. Nicht jetzt, echt nicht&#8230; !!! Mein Glücksgefühl bricht schlagartig in sich zusammen und ich beginne zu recherchieren. Ja, stimmt. leider. Ich habe also wahrscheinlich in diesen drei Tagen in dem miesem Hotel genügend Individuen eingesammelt, die jetzt mit mir auf Reisen gegangen sind, zumal ich den Koffer auch stets offen, in der Nähe des Bettes, und am Boden stehen hatte, was man NIEMALS tun soll. Oidaaa. Ich bin genervt.</p>
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		<title>Hakuna Matata&#8230; bzw. auf der Suche danach &#124; Zanzibar &#124; Teil 1</title>
		<link>https://renatereich.at/hakuna-matata-zanzibar-teil-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 13:02:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Reiseblog]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hakuna Matata! welcome to paradise“ begrüsst mich am Flughafen von Zanzibar ein freundlich lächelndes tiefschwarzes Gesicht mit auffallend weissen Zähnen. Nach einem anstrengenden, zwar nicht extrem langen, aber dauergerüttelten Flug erscheint es mir schon wie „paradise“ endlich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. „ Taxi?“ fragt er,  ja zum Ocean View Hotel, kurz [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Hakuna Matata! welcome to paradise“ begrüsst mich am Flughafen von Zanzibar ein freundlich lächelndes tiefschwarzes Gesicht mit auffallend weissen Zähnen. Nach einem anstrengenden, zwar nicht extrem langen, aber dauergerüttelten Flug erscheint es mir schon wie „paradise“ endlich wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. „ Taxi?“ fragt er,<span class="Apple-converted-space">  </span>ja zum Ocean View Hotel, kurz vor Stone Town. Das freundliche Lächeln erstirbt augenblicklich und er scheint jegliches Interesse an mir verloren zu haben, ich werde weiter und weiter geschickt. Stone Town ist gerade mal 10 Minuten vom Flughafen entfernt und die Fahrt dort hin kostet „mickrige“ 10 USD, ich bin also nicht der dicke Fisch, den er sich erhofft hat. Schliesslich lande ich im schäbigsten Taxi mit dem wohl allerältesten Fahrer. Auch egal, immerhin muss ich nicht lange fahren und kann mich bald in einem bequemen Bett ausstrecken. Im Hotel angekommen, balanciert der Rezeptionist meinen Koffer über zahlreiche Wege und Stufen in Richtung meines Zimmers, da läutet das Telefon, eine mir unbekannte Nummer aus Zanzibar. „Miss Renate?“ „Yes???“ „You took someone elses suitcase! yours is still here at the airport.“ Echt jetzt! Das darf ja nicht wahr sein. Ich hab mir extra einen knalltürkisen Koffer gekauft, den ich sofort aus 100en anderen heraus erkenne &#8211; doch diese Strategie hat scheinbar jemand anderes auch als besonders schlau empfunden. Ich schaue mir das Gepäckstück genauer an, ja es stimmt wirklich, das ist nicht meines, das Etikett ist anders. Zum Glück habe ich wie in weiser Vorhersehung in Wien noch das meine mit meiner Telefonnummer versehen. Gut, es hilft also nichts, ich muss noch mal zum Flughafen, schliesslich ist es meine Schuld, ich bin ja mit dem falschen Koffer abgehaut. Also noch mal 20 USD für hin- und retour investieren! Dieses Geschäft wäre für den Hakuna Matata Boy schon mal einträglicher gewesen. Am Flughafen finde ich eine ebenso aufgeregte wie erfreute Französin mit meinem Koffer vor. Wir machen ein Foto und tauschen unsere ident aussehenden Behältnisse, dann rausche ich mit meinem Fahrer wieder ab.</p>
<p>Das Vorhaben, mich erst mal mit einem kühlen Bad im Meer zu erfrischen, scheitert am Nicht-Vorhandensein von Wasser. Ebbe. Kilometerweit hat sich das Meer zurückgezogen. Ich habe davon im Reiseführer gelesen. Warum das aber gerade jetzt so sein muss, finde ich weniger erquicklich. Ich beschliesse, mich in der Bar mit einem Kaffee zu erfrischen und bestelle einen. Auf die Frage, welche Art von Kaffee es gibt, bin ich über die Antwort „yes, mam, we have instant coffee“ auch nicht gerade begeistert und entscheide mich für ein Tonic. Wer weiss, mit welchem Wasser die den Kaffee hier überhaupt machen und ob sie es auch gescheit abkochen&#8230;? Ich geniesse die Aussicht von der Barterasse ins weite Nichts. Für Wüste gibt es zu viel Seegrashaufen und Pfützen. Das Tonic Water hat nach etwa zwei Minuten Körpertemperatur angenommen. Die Hitze ist heftig, wenigstens weht hier ein Wind. Ich scheine der einzige Gast in diesem Hotel zu sein. Lange halte ich es nicht aus, ich beschliesse, die Nachmittagshitze zu verschlafen, hab ja Einiges an Schlaf aufzuholen. Auf dem Rückweg treffe ich auf einer zweiten Terrasse, auf der gerade mal 3 Stühle stehen, einer davon kaputt, auf ein weisshäutiges Ehepaar. Ah, es gibt doch auch noch andere Gäste hier! Sie sind aus Norwegen und heute schon den 2. Tag da und sie bleiben 2 Wochen! „Oh, mein Gott!“ schiesst es mir durch den Kopf, die Armen! Ich ziehe ja nach 3 Nächten weiter&#8230;<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Am späten Nachmittag klettere ich halbwegs ausgeschlafen die steilen Stufen zum Strand hinunter. Auf die Idee, hier mal aufzuräumen und den Dreck wegzuputzen, kommt scheinbar niemand. Überall liegt Papier und Plastikmüll, der Strand selbst ist wenigstens sauber. Liegestühle gibt es nicht. Eine Gruppe von schwarzen Frauen mit einem Kleinkind ist da. „Jambo!“ begrüssen sie mich freundlich und laden mich ein, meine Sachen bei ihnen, unter dem einzigen schattenspendenden Baum zu lagern, das finde ich nett. Sie planschen im Wasser herum. Auf die Idee, die Kleider auszuziehen, kommen sie aber auch nicht. Aus Respekt lasse ich meines auch an, als ich ins Wasser gehe. Es kühlt wenigstens dann noch mal ordentlich, wenn es klatschnass am Körper klebt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Als es dämmrig wird, sprühe ich mich mit Mückenschutzmittel ein und spaziere in der Hoffnung auf ein kaltes Bier ins Restaurant. Ich habe Glück. Jetzt ist auch das blaue Meer da, die Aussicht ist toll. Der Strand hat sich mit schwarzen Gestalten gefüllt, die Ballspielen, Musikhören, plaudern, lachen und schwimmen. Das ganze Dorf scheint hier zu sein. Jetzt da hinunter zu spazieren fühlt sich etwas mulmig an, es ist auch schon relativ dunkel. Ich frage nach Essen, es gibt 3 Gerichte zur Auswahl: Pizza, Fisch oder Chicken mit Curry. Ich entscheide mich für Letzteres.</p>
<p>Zum wohligen Ausklang des Abends, jetzt sind die Temperaturen endlich angenehm, setze ich mich noch auf die Veranda vor meinem Zimmer. Die Polster auf den gebrechlichen Korbsesseln sind nicht sonderlich sauber, ich drehe einen um und lege ein Tuch drauf. Als ich eine Zeil lang so sitze und meine ersten Eindrücke niederschreibe, verspüre ich einen heftigen Stich oder Biss im Bereich der Rippen. Ja, dort habe ich mich nicht eingesprüht! Na bravo, denke ich mir, den ersten Tag da und schon fange ich mir einen Malariamoskitomückenstich ein, so blöd kann doch niemand anderer sein! Ich verziehe mich ins Innere des Zimmers und sprühe mich mit noch mehr Mückenschutz ein, um für die Nacht gerüstet zu sein. Ich erwäge die sofortige Einnahme meines mitgebrachten Stand-By Malaria Mittels, frage aber zur Sicherheit noch eine Freundin, die schon weit gereist und in solchen Dingen erfahren ist. Zum Glück funktioniert das W-Lan ganz gut. Sie meint, das nimmt man normalerweise erst ein, wenn Malaria-Symptome da sind, und es ist ja nicht jede Mücke infiziert, sie hatte auch Stiche, aber es war nie was&#8230; da bin ich erstmal beruhigt. Dank Klimaanlage schlafe ich halbwegs gut.</p>
<p>Nach dem Frühstück auf der Terrasse (ich traue mich sogar, den Instant Kaffee zu trinken, denn die Norweger schauen an ihrem 3. Tag noch ganz gesund aus), nehme ich ein Bad im Meer, wieder im Strandkleid. Am Vormittag sind noch nicht so viele Menschen da, hauptsächlich einzelne Männer. Die meisten grüssen, manche fragen „how are you?“ oder „where are you from?“, lassen mich dann aber in Ruhe. Mein Stich hat sich ziemlich gerötet, juckt wie die Hölle und rundherum sind rote Punkte dazugekommen. Auch auf dem linken Arm habe ich einige rote Punkte. Ich behandle sie mit Zitronensaft, was gegen den Juckreiz helfen soll, tut es aber nicht. Keine gute Idee. Die Punkte werden grösser und mehr, der Stich-Punkt ist zu einem Fleck angewachsen, knallrot. Am Nachmittag kommt ein Gewitter auf, es stürmt und giesst in Strömen. Die Fenster sind undicht, es rinnt Wasser in mein Zimmer und bildet kleine Lacken am Boden. Ein Anflug von Panik überkommt mich, wenn jetzt sowas wie ein Hurrican oder ein Tsunami kommt und alle strohgedeckten Hütten hier wegfetzt? Wenn es nicht aufhört, kann ich nicht mal ins Restaurant gehen, um essen zu holen&#8230; und was ist das für eine eigenartige Krankheit, die ich habe, nach Mückenstich sieht das nicht aus, es werden immer mehr rote Punkte, die höllisch jucken. Ja, was musste ich auch so stur sein und unbedingt hierher kommen, trotz aller Warnungen und Sorgenbekundungen meiner Lieben?!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich atme ganz tief durch und fasse einen Entschluss. Sobald der Regen aufgehört hat, lasse ich mich zum Medical Center fahren. Ich suche die Adresse aus dem Reiseführer und beginne mich anzuziehen und ein wenig zu schminken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Wetter-Spuk ist nach etwa einer Stunde vorbei und in meine Regenjacke gehüllt begebe ich mich zur Rezeption und trage mein Anliegen vor. Ein Fahrer bringt mich nach Stone Town. Eine winzige Tür führt in einen schmalen Raum, an einer Art Rezeption sitzen zwei gelangweilte Damen im Kopftuch. Nonnenähnlich, aber eindeutig muslimisch. Ich soll Platz nehmen und warten „Sit down and wait 10 Minutes“. Ich bin zwar noch nicht besonders Afrika erfahren, aber „wait 10 Minutes“ denke ich mir, das kann lang werden&#8230; so ist es auch. Eine unendlich gedehnte Zeit, in der meine Gedanken mit allerlei Gespinsten konfrontiert sind, ich rechne fast fest damit, morgen gleich wieder nach Hause fliegen zu müssen. Irgendwann kommt dann eine andere Kopftuchdame. Eilig hat sie es nicht im Geringsten. Sie richtet sich mal in ihrem Zimmerchen ein. Ich starre weiterhin an die weisse Decke mit den grünen Holzbalken und fühle mich elend.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Endlich ruft sie mich auf, sie schaut sich meinen Hautausschlag an und ihr Gesicht verfinstert sich. Kommt mir jedenfalls so vor. Hmmm&#8230; looks like chickenpocks or like&#8230;<span class="Apple-converted-space">  </span>Name der Krankheit vergessen&#8230; it is afrikan. You CAN treat, but it is long and painful&#8230; „Do I need Antibiotics?“ „No, Antivirus.“ Ich bin aber doch geimpft gegen chickenpocks, wende ich ein. Das ist egal meint sie, das kann man trotzdem bekommen. Und es ist je nicht chickenpocks, just like..<span class="Apple-converted-space">  </span>Na bravo. Dass chickenpocks eigentlich Windpocken sind und nicht die richtigen Pocken hat mein Hirn zu dem Zeitpunkt noch gar nicht verarbeitet. Ich versuche gefasst zu sein. Ich soll mich mal hinlegen, meint sie, sie schaut sich das jetzt genauer an.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Ein unbeschreiblicher Abend“ – Renate Reich Fivetett im ZWE</title>
		<link>https://renatereich.at/ein-unbeschreiblicher-abend-renate-reich-fivetett-im-zwe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 10:47:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ein unbeschreiblicher Abend. Frau Reich singt einfach phantastisch und unterhält dazu noch sehr gut. Musikalisch war sowieso alles perfekt. Ein unglaublich guter Bassist, der coolste Schlagzeuger, den ich seit langem gesehen habe, dazu der unvergleichliche Thomas Palme an der Gitarre. Mein Gott, ich hab in letzter Zeit nach Abenden im Zwe ja einige Lobeshymnen verfasst, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Ein unbeschreiblicher Abend. Frau Reich singt einfach phantastisch und unterhält dazu noch sehr gut. Musikalisch war sowieso alles perfekt. Ein unglaublich guter Bassist, der coolste Schlagzeuger, den ich seit langem gesehen habe, dazu der unvergleichliche Thomas Palme an der Gitarre. Mein Gott, ich hab in letzter Zeit nach Abenden im Zwe ja einige Lobeshymnen verfasst, alle aus tiefstem Herzen. Aber dieser Abend hatte besondere Qualität. Vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten!“</em></p>
<p>Ein Eindruck von Peter Plasser, via facebook veröffentlicht am 9. Mai 2013</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Videoproduktion palmina waters: The Red Tree Sessions.</title>
		<link>https://renatereich.at/videoproduktion-palmina-waters-the-red-tree-sessions/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 10:44:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein kleines, feines Hauskonzert nur für geladene Gäste diente uns am 11. Oktober als Rahmen für eine Videoproduktion mit Renate Reich, vocals und Thomas Palme, guitar. „Jazz bei Strauß“, die Privat-Bühne von Victoria Quattlebaum, die sie jeden Mittwoch für kleine Konzerte und Jazz-Sessions öffnet, war dafür das perfekte Ambiente. Im Wohnzimmer musizieren die beiden im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleines, feines Hauskonzert nur für geladene Gäste diente uns am 11. Oktober als Rahmen für eine Videoproduktion mit Renate Reich, vocals und Thomas Palme, guitar. „Jazz bei Strauß“, die Privat-Bühne von Victoria Quattlebaum, die sie jeden Mittwoch für kleine Konzerte und Jazz-Sessions öffnet, war dafür das perfekte Ambiente. Im Wohnzimmer musizieren die beiden im ersten Set ausschließlich Eigenkompositionen. Songs aus dem Album „Wheels Of Time“ und ein paar neue Stücke wie „Swimming“ und „Doo Dn Do Doo“ wurden ertmals dem Publikum präsentiert und von diesem äußerst wohlwollend aufgenommen. Im zweiten Teil des Konzertes gab es Jazz Standars, u.a. aus dem Album „Devil May Care“ und ein paar Party Klassiker wie „Drive My Car“ und „Gimme One Reason“ von Tracy Chapman. Ein Best Of Trailer mit einem Zusammenschnitt ist in Arbeit, ein Teil der Stücke ist bereits auf youtube zu sehen. Herzlichen Dank an das hervorragende, professionelle und liebenswerte Video-Team, Katzenstütz Productions alias Michael Katzler und Sigi Stütz &amp; Stage Hands.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Spannend wie ein Krimi…“ Renate Reich und Thomas Kramer</title>
		<link>https://renatereich.at/spannend-wie-ein-krimi-renate-reich-und-thomas-kramer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 10:42:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[feierten ihr Comeback mit zwei Konzerten in Wien: am 20. und 21. November gab es die beiden seit längerer Pause wieder zusammen live zu hören. „Voi Guat Drauf“ heißt der Titel des aktuellen Programms, das auf wienerisch umgetextete Jazz Standards, Popsongs und einige eigene Kompositionen beinhaltet. Es ist ein rein musikalisches Programm, ohne vorher festgelegte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>feierten ihr Comeback mit zwei Konzerten in Wien: am 20. und 21. November gab es die beiden seit längerer Pause wieder zusammen live zu hören. „Voi Guat Drauf“ heißt der Titel des aktuellen Programms, das auf wienerisch umgetextete Jazz Standards, Popsongs und einige eigene Kompositionen beinhaltet. Es ist ein rein musikalisches Programm, ohne vorher festgelegte Kabarettelemente, die Zwischenansagen sind aber immer sehr humorvoll und mindestens genauso unterhaltsam wie die Texte. Mit von der Partie ist natürlich der Hit „Vertreter“ (im Original „Smooth Operator“), der – wie eine Konzertbesucherin begeistert anmerkte – „spannend wie ein Krimi“ ist. „Zunächst weiß man überhaupt nicht, worum es geht, die Spannung steigt allmählich, bis dann schließlich im Refrain die Auflösung erfolgt und man voll laut loslachen muß“. Gefallen hat auch besonders die „Interaktion mit dem Publikum“ – die Einbeziehung der Zuhörer und die oft sehr spontanen, persönlich gefärbten Ansagen. Über die rege Nachfrage nach ihrer CD „Luftschifferlhupfer“ und auf viele weitere gemeinsame Konzertaktivitäten freuen sich die Künstler sehr.</p>
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		<title>Advent am Graben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[rreich_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 10:40:24 +0000</pubDate>
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<div><em>„Eure Darbietungen haben großen Anklang gefunden und für beste Stimmung gesorgt! </em><em>Vielen Dank und liebe Grüße</em></div>
<div><em>M.Jakubetzki“</em></div>
<div></div>
<div>Es war uns ein Vergnügen.</div>
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